Kunst

Die Sammlung Ziegler geht auf Reisen

Michael Kuhlemann, Kurator der Stiftung Sammlung Ziegler, präsentiert „Weidende Pferde“ (1909) von Erich Heckel. Im Hintergrund Museumsleiterin Beate Reese und Anja Bauer.

Michael Kuhlemann, Kurator der Stiftung Sammlung Ziegler, präsentiert „Weidende Pferde“ (1909) von Erich Heckel. Im Hintergrund Museumsleiterin Beate Reese und Anja Bauer.

Foto: Oliver Müller

Mülheim.   100 Meisterwerke des Expressionismus aus dem Mülheimer Museum sind zunächst in Halle und dann in Emden zu sehen

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100 Meisterwerke aus der Stiftung Sammlung Ziegler gehen jetzt auf Reisen. In Halle hängen die Werke von Marc, Macke, Nolde und den anderen Expressionisten bereits. In der Moritzburg wird am Samstag die Ausstellung „Die Stille im Lärm der Zeit“ eröffnet. Sie folgt Konzeption und Aufbau der Ausstellung, die 2010 im Museum Alte Post zu sehen war und sich großer Beliebtheit erfreute. Vom 25. Mai bis September ist die Ausstellung dann im Henri-Nannen-Museum in Emden zu sehen. Mit den Dateien für Audioguide und Katalogen bekommen die Museen ein komfortables Rundumpaket, erklärt Michael Kuhlemann, Kurator der Stiftung. Die beiden großen Ausstellungen mit den Meisterwerken der Sammlung Ziegler sind eine Chance, erneut auf den Sammlungsbestand aufmerksam zu machen und neue Kontakte zu knüpfen, sagt Kuhlemann. Anfragen nach Einzelleihgaben gibt es immer wieder. So waren Werke schon in Japan, in Paris und in der Schweiz zu sehen.

Rundumpaket enthält auch Audioguide und Kataloge

Mit Lyonel Feiningers repräsentativem Gemälde „Roter Turm II (Halle)“ ist dann auch ein wichtiges Werk zu sehen, dass der Bauhausmeister 1930 in seiner großen Halle-Serie schuf, die aus elf großformatigen Gemälden, zahlreichen Skizzen, Zeichnungen und Fotos besteht. Ursprünglich war die gesamte Serie im Besitz der Moritzburg, wurde aber von den Nationalsozialisten 1937 zunächst beschlagnahmt und dann in alle Winde zerstreut. Da Karl Ziegler, von 1936 bis 1945 Direktor des Chemischen Instituts der Universität in Halle war, stellt dieses Werk für das Sammlerehepaar sicherlich auch eine Erinnerung an Halle dar, von wo sie im Jahr 1943 nach Mülheim gezogen waren. Dieses Highlight ist zum wiederholten Mal an die Moritzburg ausgeliehen worden. Der Mülheimer Förderkreis wird zum Ende der Ausstellung, am 11./12. Mai, nach Halle reisen.

Im Herbst müssen die Werke ins Depot, da es sich bei etwa zwei Dritteln der Werke um lichtempfindliche Aquarelle handelt.Geschützt müssen sie sich für vier, fünf Monate schlafen legen, ehe sie wieder den Strapazen der Präsentation ausgesetzt werden können. 35 der hundert Arbeiten wurden, bevor sie ausgeliehen wurden, von Restauratoren bearbeitet. In vielen Fällen waren es kleinere Substanzsicherungen. Aufwändiger war es bei Heckels „weidenden Pferden“, wo sich seitlich Farbschichten zu lösen drohen. Sehen werde man den Unterschied zwar nicht, aber die Zukunft dieses strahlenden Gemäldes wurde aber wieder um einige Jahre gesichert.

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