Fahrradklima-Test

Die Probleme für Fahrradfahrer bleiben die gleichen

Der Radschnellwerg ist zweifellos ein Pluspunkt für Fahrradfahrer in der Stadt.

Foto: Oliver Müller

Der Radschnellwerg ist zweifellos ein Pluspunkt für Fahrradfahrer in der Stadt. Foto: Oliver Müller

Mülheim.   Als mangelhaft beurteilen Radfahrer die Ampelschaltungen, die Führung an Baustellen und der fehlende Winterdienst. Gesamtnote: Ausreichend plus.

Die Gesamtnote ist im Vergleich zur letzten Umfrage nahezu unverändert. Die Fahrradfreundlichkeit in der Stadt bewerten die Fahrradfahrer bei dem bundesweiten Fahrradklimatest mit einem „Ausreichend plus“. Damit liegt Mülheim bei den Städten zwischen 100 000 und 200 000 Einwohnern wieder auf Platz 20 von 38. Bei der vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) initiierten Aktion konnten zu 27 Themen Schulnoten vergeben.

330 Mülheimer Teilnehmer beim ADFC-Umfrage

„Den Platz im Ranking muss man aber auch erst mal halten, die anderen Städte sind ja nicht untätig“, meint Voß. Bei den Antworten handelt es sich um rein subjektive Äußerungen, daher nennt es sich auch Klimatest. Sie täuschen vielleicht darüber hinweg, aber die Stadt habe beachtliche Summen investiert, so Voß und der Rat habe beschlossen, künftig zehn Prozent des Straßenbauprogramms in die Verbesserung der Radfahr-Infrastruktur zu investieren.

Das Positivste an der Befragung ist zunächst einmal die große Resonanz. Mit 330 Teilnehmern haben sich mehr als doppelt so viele wie beim vergangenen Mal beteiligt. „Damit haben die Aussagen auch mehr Gewicht“, freut sich Hercher.

Vier Mal gab es bei ein glattes Mangelhaft, was nicht überraschend ist, weil diese Punkte immer wieder kritisiert werden: die für Fahrradfahrer oft nachteilige Ampelschaltung, etwa an der Bergstraße oder der Adenauer-Brücke, wo man die Straße nur etappenweise kreuzen kann, woran sich wohl so schnell nichts ändern wird; den schlechten Winterdienst, die zu häufig von Falschparkern blockierten Radwege, was zu selten von der Stadt geahndet werde und vor allem die Baustellensituation.

Auf dem Radschnellweg fehlt ein Winterdienst

Gerade bei den Baustellen standen zuletzt drei Stellen im Fokus: die Situation an der Thyssenbrücke, der Berliner Platz und der Kassenberg. Der noch fehlende Winterdienst auf dem Radschnellweg ist besonders ärgerlich, weil man hier nicht auf die benachbarte Fahrbahn ausweichen kann. Die festgetretene Eisdecke hält sich hier lange und wenn sie schmilzt, kann man froh sein, dass der Untergrund asphaltiert ist. Auf Essener Gebiet gleicht der Weg zur Tauzeit einer Schlammwüste. Voß hofft, dass die organisatorischen Voraussetzungen geschaffen werden und der Weg im Winter geräumt wird.

Als einzige Nennung im Zweier-Bereich werden Leihfahrräder genannt. Befriedigend bewertet wird die Erreichbarkeit der Innenstadt. Die Aussage, dass viel für den Raderkehr unternommen wird, bewerten die Teilnehmer, was Voß freut, deutlich positiver als vor zwei Jahren. Die Note steigt von 3,8 auf 3,1, was bei der Befragung die deutlichste Veränderung darstellt. Darin spiegel sich sicher auch der Baufortschritt des RS 1 wider. Aber der Quantensprung steht noch bevor.

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