Auszeichnung

Beim Kreativkraftpreis ist die Gemeinschaft ist der Gewinner

Das Kreativkraftteam: Andreas Schmelzer, Jürgen Schardt, Francesca Lo Vasco, Hermann Rokitta und Maximilian Bischoff

Das Kreativkraftteam: Andreas Schmelzer, Jürgen Schardt, Francesca Lo Vasco, Hermann Rokitta und Maximilian Bischoff

Foto: OH

Mülheim.   Beim Kreativkraftpreis gibt es 66 Nominierungen in sieben Kategorien. Die Jury hat entschieden, am 21. Oktober werden die Preisträger prämiert.

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In der Zukunft könnte es natürlich so sein, dass das Internet beim Einkauf meine Warenpräferenzen durch Algorithmen auswählt, ich mich von der virtuell erzeugten Stimme Alexa beraten lasse und die Ware per Drohne oder fahrerlosem Fahrzeug geliefert wird. Hermann Rokitta spricht von „der Herrschaft der toten über die lebende Arbeit“. Aber es gibt sie noch, die Kreativen, die für ihre Sache brennen, an ihre Idee und nicht an das Geld glauben, ein individuelles Ambiente schaffen, an den Menschen interessiert und ein kleines bisschen verrückt sind. Auf deren Engagement will der Kreativkraftpreis aufmerksam machen und sie symbolisch mit einer Trophäe auszeichnen, die die stilisierte Ruhr darstellt.

Außerdem möchte er Menschen zusammenführen, die sich nicht kannten. Es geht nicht nur um Produkte, sondern ganz allgemein um Leistungen, die das Zusammenleben fördern. „Es braucht Menschen, ihre Kreativität und Kraft, um der Persönlichkeit einer Stadt Sinn zu geben und die Stadt aus dem Herzen heraus überzeugend zu prägen“, sagt Rokitta, der mit Gleichgesinnten den Preis vor vier Jahren erstmals vergab.

Designer zog von Hamburg her und war anfangs enttäuscht

Ende 2004 war der Designer von Hamburg an die Ruhr gezogen und nach anfänglicher Enttäuschung froh, welche kreative Kraft, die in der Hansestadt allgegenwärtig ist, er hier im Verborgenen fand. Ganz entscheidend ist für ihn neben dem Faktischen das Emotionale, dass die Kreativen offen oder unterschwellig mit ihrer Idee transportieren. „Wichtig ist nicht, was wir wahrnehmen, sondern, was wir empfinden“, lautet sein Leitspruch.

Vergeben wird der Preis in sieben Kategorien, die von Gastronomie über soziales Engagement bis hin zu Musik reichen. Nach 55 Nominierungen vor vier Jahren lagen der Jury nun 66 Vorschläge vor. Da die Vorschläge aus der Bürgerschaft kamen, muss die Liste leider unvollständig sein. Es gibt zahlreiche Engagierte, die es verdient hätten, nominiert zu werden. Die Saarner mögen ein leichtes Übergewicht haben, was daran liegen könnte, dass sich das Gravitationszentrum des Ruhrkraftteams im Immobilienbüro von Andreas Schmelzer an der Düsseldorfer Straße befindet.

Mischung aus Überraschungen, Entdeckungen und Altbekannten

Die Nominierten sind eine Mischung aus Überraschungen, Entdeckungen und Altbekannten. Wer kennt schon das Raumfahrtzentrum an der Saarner Kuppe? Was da abgeht wie eine Rakete, ist die Stimmung bei kleinen intimen Wohnzimmerkonzerten. Gespielt wird dort Folk, Country und Amerikana, wohl alles unplugged. David Schnabel war achtmaliger Weltmeister im Einer-Kunstradfahren und André Tolba ist ein großartiger Gitarrist, der zur Begleitband von Peter Kraus gehört. Die Jury hat am Wahlsonntag getagt, die Gewinner werden im Ringlokschuppen am 21. Oktober um 19 Uhr bekannt gegeben.

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