Kultur

Der Mülheimer Ruhrsommer wird spritzig und witzig

Die portugiesische Metallegende Moonspell gestaltet mit Gothic Metal den Festivalabschluss des Castle Rock.

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Die portugiesische Metallegende Moonspell gestaltet mit Gothic Metal den Festivalabschluss des Castle Rock. Foto: HO

Mülheim.   Die Veranstalter des Ruhrsommers haben ein pralles Unterhaltungs-Paket für die kommenden Monate geschnürt. Viele der Veranstaltungen sind gratis.

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Der Ruhrsommer wird wieder unterhaltsam bunt. Bis auf wenige Ausnahmen können die Mülheimer Kultur zum Nulltarif erleben. Die bewährte Gemeinschaft aus Reglerproduktion, Kulturbetrieb mit seinen Instituten, Ringlokschuppen, Theater an der Ruhr und Schulamt präsentiert zum 23. Mal ein Programm mit 80 Veranstaltungen, wobei ein Großteil davon mit gut 50 Terminen auf der Freilichtbühne an der Dimbeck spielt.

Dabei sind beliebte Formate wie die Mittwochsreihe, Straßentheater, Comedy, Klassik- und Kurkonzerte, das Leaf-Festival im Kloster Saarn, Weiße Nächte im Raffelbergpark, Open-Air-Kino, Weltmusik und Mini-Operette auf der Drehscheibe, Fatzer-Tage im Ringlokschuppen oder das Spielefest in der Müga. Seine Ruhrsommer-Premiere feierte Helge Schneider am 8. und 9. September auf der Freilichtbühne. Erstmals gibt’s am 8. Juli eine musikalische Tour durch die Innenstadt: „Klassik, Klang, Kopfsteinpflaster“ mit historischen Geschichten.

Freilichtbühne, Odyssee-Festival, Mölmsch Open Air

Was die Stärke angeht, „ist das Programm gleichbleibend“, sagt Karin Braun vom Kulturbetrieb, „es hat sich im Laufe der Jahre verstetigt.“

Die Mittwochsreihe auf der Freilichtbühne erwies sich schon immer als ein Renner. Doch in diesem Jahr geraten die Regler nahezu an ihre Grenzen. „Es ist der helle Wahnsinn“, sagt Peter-Michael Schüttler. Mit weit mehr als jeweils 2000 Menschen an zwei Terminen „ging auf dem Platz gar nichts mehr“. Die Sicherheitsbestimmungen werden eingehalten, erläutert Schüttler. Zudem habe man sich entschlossen, bei Veranstaltungen, bei denen es absehbar voll werde, „einen Rettungswagen vor Ort zu haben“. An „entspannten Mittwochabenden“ sind es immerhin noch gut 1500 Leute von überall her, die zum geselligen Treffpunkt mit Live-Musik strömen (bis September).

Auch das Odyssee-Festival hat seine Fans, wo die Wiesen rund um die Drehscheibe im Rhythmus der Weltmusik und tanzfreudigen Festivalgängern beben (ab 21. Juli). Hart geht’s beim Castle Rock (30. Juni bis 1. Juli) zur Sache: Mit der 18. Auflage wird das Festival volljährig. Gemütlich dagegen sind die Kurkonzerte auf der Freilichtbühne mit lokalen Akteuren wie dem Chor der Marinekameradschaft (3. September) und der Big Band der Luisenschule (2. Juli). Am Start sind das Mölmsch Open Air (21., 22. Juli), Rock das Dach (14., 15. Juli) und die Oldie-Night (2. September) an der Dimbeck. Musikschule, Stadtarchiv und Kunstmuseum bieten ebenso Programm.

DIE VERANSTALTUNGEN IM ÜBERBLICK

Ein seltsames Paar ist bei „Gott“ von Woody Allen zu erleben anlässlich der Weißen Nächten vom 6. bis 9. Juli im beleuchteten Raffelbergpark. Weitere Stücke unter freiem Himmel: „Die Rückkehr in die Wüste“, „Clowns 2 ½“, „Immer noch Sturm“ Märchen und „Trauma“ der Volxbühne.

Zum dritten Mal bringen Patricia Vonne und Band aus Texas/USA eine Mischung aus Tex Mex Roots Rock am morgigen Mittwoch, 20 Uhr, auf die Freilichtbühne. Dort gibt’s bis in den September hinein jeden Mittwoch Live-Musik in der Reihe, die zum beliebten Treffpunkt geworden ist.

Als Superheldin aus Zuckerguss oder auch schon mal als Lakritzstange stellt Natalie Reckert am Donnerstag, 27. Juli, 20 Uhr, die Welt auf den Kopf. Die Handstandartistin tritt im Rahmen der Reihe Theater am Donnerstag auf der Freilichtbühne auf und bestreitet mit ihren Kollegen Ben Richter, der mithilfe langer Stangen mit dem Raum kommuniziert, und dem clownesken Spiel von „The Bombastics“ gleichzeitig den Auftakt des Stage 4-Festivals mit Kleinkunst, Comedy und Artistik. Theater am Donnerstag startet am 6. Juli mit Slapstick-Comedy, der Entdeckung eines Wunderlandes und Diva Doris Friedmann, die ein Stück vom Glück mitbringt. Beim Stage 4-Festival (27. bis 30. Juli) proben Künstler und Spaßmacher von überall her ihre neuen Nummern vor Publikum auf der Mülheimer Freilichtbühne. Dabei ist auch Klavier-Kabarettist Matthias Reuter mit einer Kleinkunst-Show. Der Eintritt ist frei.

Premiere hat das Format unter dem Motto „Klassik – Klang – Kopfsteinpflaster“. Am Samstag, 8. Juli, 17 Uhr, haben die Gäste bei einer Tour die Möglichkeit, die Musikecken in der Innenstadt mit ihrer Geschichte und Musik zu erleben. Die Ensembles, darunter das Lauri Quartett, stationieren sich am Kunstmuseum, an Dezentrale, Schlossbrücke, U-Bahn-Station Stadtmitte, Rathausmarkt. Anmeldung an Reinders@Reisezeit-Ruhr.de.

Es geht wieder rund. Den Fans der schnellen Fahrgeschäfte bietet die Saarner Kirmes – bereits zum zweiten Mal – auf dem Stadthallen-Parkplatz Nervenkitzel. Ihre Runden drehen von Freitag bis Montag, 7. bis 10. Juli, täglich ab 13 Uhr, etwa der Autoscooter, Break Dance, Music Express, Polyp und Big Bamboo. Sicherheitshalber sollte man sich erst später den Kirmes-Leckereien widmen. Freitagabend steigt ein buntes Feuerwerk.

Die große Flucht tritt Eddie „Only“ Edison an bei der Reihe „Theater am Donnerstag“ auf der Freilichtbühne. Am 20. Juli, 19 Uhr, beschließt Eddie das Unmögliche: Er will fliegen – und dafür experimentiert er mit den unterschiedlichsten Gerätschaften. Theater am Donnerstag mit Comedy und Artistik gibt’s ab 6. Juli und geht ins Finale mit der vierten Auflage des Kleinkunst-Festivals „Stage“ vom 27. bis 30. Juli.

Die Odyssee-Reihe bringt wieder die Musik der weltweiten Metropolen auf die Drehscheibe in der Müga: Die Band „Lusafro“ ist am Freitag, 21. Juli, 19.30 Uhr, der afrikanischen Musik mit neuen Sounds auf der Ton-Spur.

Castle Rock wird volljährig. Bei der 18. Auflage am 30. Juni und 1. Juli trifft wieder dunkle Klassik auf brachialen Metal im Broicher Schlosshof. The Dark Tenor wird freitags die Festivalgäste in eine Welt entführen, in der mystische Düsternis auf bombastische Klassik trifft, während samstags die portugiesische Metallegende Moonspell (Foto) mit Gothic Metal den Festivalabschluss macht. Castle Rock ist einer der Ausnahme-Termine im Ruhrsommer-Spielplan, die Eintritt kosten. Karten (ab 23 €) bei der Tourist-Info im Medienhaus.

Ätsch! Helge Schneider, selbst ernannter König der tanzenden Blattläuse, gibt am 8. und 9. September, 19 Uhr, sein Debüt beim Ruhrsommer. Wobei er sich schon ab und zu zum kleinen Spontan-Auftritt auf der Freilichtbühne hat hinreißen lassen. Jedenfalls präsentiert der Mülheimer Entertainer zwei Abende lang mit Wegbegleitern sein neues Programm aus „240 Jahren singende Herrentorte“. Karten (40,80 Euro) gibt’s im Leserladen, Eppinghofer Str. 1 - 3.

Es macht klick! Clown Friedhelm ist der Gaststar beim Spielefest am Sonntag, 30. Juli, 15 bis 18 Uhr, in der Müga. Rund um die Drehscheibe sind fünf Spielstationen zu einem Parcours aufgebaut. Kleine Preise gibt’s dabei zu gewinnen.

Explosive Zauberei, schräge Komik und unvorhersehbare Artistik sind die Markenzeichen von Kaosclown: Zu erleben ist die Comedy-Show am Donnerstag, 13. Juli, 19 Uhr, auf der Freilichtbühne.

Ein Roadmovie mit Kuh: Die schöne Kuh Jacqueline ist Fatahs ganzer Stolz. Um sie auf der Landwirtschaftsmesse in Paris zu präsentieren, macht sich der algerische Bauer auf eine abenteuerliche Reise ins entlegene Frankreich. Der Film läuft am 31. August beim Open Air-Kino auf der Drehscheibe am Ringlokschuppen. Drei Abend lang gibt’s ab ca. 20.30 Uhr große Gefühle auf der Leinwand unter freiem Himmel: „Paula – Mein Leben soll ein Fest sein“, der Film über die Malerin Paula Modersohn-Becker. läuft am Mittwoch, 30. August. „Ich bin dann mal weg“, Kerkelings Jacobsweg-Wanderung, am Freitag, 1. September. Tipp: Decken und Picknickkorb nicht vergessen.

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