Klimaschutz

Der ADFC organisiert in Mülheim das Stadtradeln

Über 500 Radler gingen beim Stadtradeln im vergangenen Jahr an den Start. Das Foto zeigt die Tour zum Auftakt auf dem Radschnellweg.

Über 500 Radler gingen beim Stadtradeln im vergangenen Jahr an den Start. Das Foto zeigt die Tour zum Auftakt auf dem Radschnellweg.

Foto: Wojtyczek

Aus personellen Gründen kann die Stadt bei der Radfahr-Kampagne für den Klimaschutz die Regie nicht übernehmen. Die Prioritäten liegen woanders.

Das sechste Stadtradeln in Folge ist für den 25. Mai bis 14. Juni gesichert. Allerdings wird sich bei diesem Durchgang die Stadt aus personellen Gründen aus der Organisation heraushalten und die Arbeit einem Team aus Mitgliedern des ADFC sowie der Parents of Future überlassen, während die Stadt die Anmeldegebühr übernimmt und das Team nach Kräften, etwa bei der Ansprache von Sponsoren für Preise, unterstützt. Die Durchführung der beliebten Kampagne, die nach Selbstaussage der Organisatoren weltweit die größte Werbeaktion für den Radverkehr, Klimaschutz und mehr Lebensqualität in den Städten ist, stand bis vor einigen Tagen auf der Kippe.

Jahr für Jahr haben sich in Mülheim mehr Teilnehmer, vor allem auch junge Leute, auf den Sattel geschwungen. Im vergangenen Jahr starteten 519 Teilnehmer in 51 Teams und erstrampelten 143.933 Kilometer. Das bedeutet, sie umrundeten den Globus rechnerisch dreieinhalb Mal. Rechnerisch vermieden die Teilnehmer 20 Tonnen C02, das entspricht etwa der Jahresproduktion von zwei Personen. Im Städtevergleich schnitt Mülheim gut ab und belegte im Ruhrgebiet pro Kopf das drittbeste Ergebnis.

Anstrengungen für den Klimaschutz intensiviert

„Die Aktion ist sinnvoll und gut“, sagt Umweltdezernent Peter Vermeulen, der in den Vorjahren auch schon mal eine eigene Tour zu Zielen angeboten hatten, die aus der Perspektive der Stadtentwicklung interessant waren. „Aber wir müssen Prioritäten setzen.“ Und da gebe es doch Wichtigeres als das Stadtradeln. Vermeulen ist aber sehr froh, dass sich gemeinsam mit dem ADFC eine wunderbare Lösung ergeben hat. Er weist darauf hin, dass die Anstrengungen für den Klimaschutz deutlich intensiviert werden sollen. Beispielhaft nennt Vermeulen die Projekte im Rahmen von Innovation City. „Wir machen mehr, aber verfügen noch nicht über die personellen Kapazitäten“, erklärt er. Die Klima-Manager, die für die Umsetzung zuständig wären, wurden von der Stadt noch nicht eingestellt.

Ulrike Marx, die in den vergangenen Jahren auch das Stadtradeln betreut hatte, erhält deshalb eine Reihe von Zusatzaufgaben, hat dann für andere Dinge aber keine Zeit mehr.

Ausfall wäre unverantwortlich gewesen

Vorbereitung und Durchführung der Kampagne erfordern nach Aussage der Organisatoren über einen Zeitraum von vier Monaten rund 80 Stunden. Am Donnerstag hat der ADFC deshalb die Übernahme der Organisation beschlossen. „Vertreter von Parents for Future wollen im Rahmen ihrer Förderung für Fridays for Future verstärkt Werbung für die Nutzung des Fahrrades auf dem Weg zur Schule, Uni und Arbeitsplatz machen“, sagt ADFC-Vorstandsmitglied Axel Hercher. „Vor dem Hintergrund der schlechten Ergebnisse beim Fahrradklimatest erschein es nicht verantwortbar, das Stadtradeln ausfallen zu lassen.“ Die Durchführung geschieht möglicherweise in abgespeckter Form. Zur Disposition gestellt sieht Hercher die Abschlussveranstaltung. „Die Teilnehmer werden genügend Angebote haben, um Kilometer zu sammeln.“

>>> Anmeldung & Termine

Wer sich beim Stadtradeln auf den Sattel schwingen möchte, kann sich voraussichtlich ab Ende der Woche online anmelden auf www. stadtradeln.de. Teilnahmen sind einzeln oder in Teams möglich. Die erfolgreichsten Radler können wieder etwas gewinnen.

Der ADFC wird beim Fahrradfrühling am 30. Mai kräftig werben. Außerdem bietet er geführte Radtouren an zur Auftaktveranstaltung nach Gelsenkirchen am 25. Mai, zur Sternfahrt nach Düsseldorf am 2. Juni sowie zur abschließenden Nachtfahrt in Essen am 14. Juni.

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