Grundschulen

Dem Lehrermangel wird in Mülheim mit Vertretungen begegnet

Die Versorgung mit Lehrkräften an den Grundschulen liege in Mülheim bei rund 95 Prozent, sagt die Mülheimer Schulrätin Heike Freitag.

Die Versorgung mit Lehrkräften an den Grundschulen liege in Mülheim bei rund 95 Prozent, sagt die Mülheimer Schulrätin Heike Freitag.

Foto: Daniel Karmann / k_V

Mülheim.  Examinierte Lehrer sind auch in Mülheim Mangelware. Vertretungslehrer füllen die Lücken. Dabei steigt seit Jahren die Zahl der Schulanfänger.

An den 22 Mülheimer Grundschulen gibt es aktuell keine Vakanzen in den Schulleitungen: Alle Stellen für Rektoren und Konrektoren sind besetzt. Die Versorgung mit Lehrkräften an den Grundschulen liege in Mülheim bei rund 95 Prozent, sagt Schulrätin Heike Freitag. Dem bekannten Lehrermangel begegne das Schulamt mit Vertretungslehrern.

Seit die Besoldung für Grundschulleiter/innen und ihre Vertreter angehoben wurde, ist die Aufgabe offenbar attraktiver für mögliche Bewerber. Das sah vor einem Jahr noch anders aus. Aktuell ist nur die Leitung an einer Förderschule noch offen. „Doch hier liegen uns bereits Bewerbungen vor“, sagt Heike Freitag.

Der Bedarf an Lehrkräften wird nicht kleiner werden

Die Bezirksregierung Düsseldorf hat 62 zu besetzende Lehrerstellen an Grundschulen bekannt gegeben, doch studierte Lehrer mit zweitem Staatsexamen stehen nicht genug zur Verfügung. An Mülheimer Grundschulen wurden davon erst 23 Stellen besetzt. Diese „leer gelaufenen Lehrerstellen“, also Stellen, die von der Bezirksregierung zugewiesen, aber wiederholt nicht besetzt werden können, bereiten der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) zunehmend Sorgen, sagt Andrea Schindler vom GEW-Vorstand Mülheim.

Weil sich neue Lehrer „schulscharf“ bewerben, gingen machen Schulen häufig leer aus. „Das ist oft ein Konkurrenzkampf mit wenig Aussicht“, urteilt sie und wünscht sich, dass Lehrer vom Schulamt auch zugewiesen werden könnten, gerade an Schulen mit ungünstigerem Sozialindex. Schon lange kritisiert die GEW die schlechtere Bezahlung von Grundschulpädagogen.

„Wenn alle Lehramtsstudenten auch mit dem Studium fertig würden, wäre das ja schon gut“, sagt Heike Freitag, die gern für den Lehrerberuf wirbt. Aber es gibt auch immer wieder Lehramtsstudenten, die sich doch für andere Berufe entscheiden. Der Bedarf an Lehrkräften wird nicht kleiner werden: Seit Jahren steigt in Mülheim die Zahl der Schulanfänger, in diesem Jahr sind es 1500 Jungen und Mädchen.

Seiteneinsteiger für die Mangelfächer Musik, Sport oder Englisch

Wie füllt das Schulamt die Lücken? Zumeist mit Vertretungslehrern, die befristet eingestellt werden. Lehrer mit einer Ausbildung für die Sekundarstufe 1 an weiterführenden Schulen können zum Beispiel für zwei Jahre an Grundschulen eingesetzt werden. Bei den Mangelfächern Musik, Sport oder Englisch können Seiteneinsteiger ohne Lehramt unbefristet eingestellt werden – ein abgeschlossenes Fachstudium wird dabei vorausgesetzt. Das ist in Mülheim laut GEW eher selten, die GEW fordert zudem für Seiteneinsteiger mehr pädagogische Begleitung.

„Wir können an jeder Schule die volle Stundentafel erfüllen“, bekräftigt Heike Freitag. „Wir haben so viele Lehrer eingestellt, dass die Stundenzahl abgedeckt werden kann.“ Auch Lehramtsstudierende würden über Zeitverträge vorübergehend im Grundschuldienst eingesetzt. Zum 1. November, wenn wieder junge Lehrer ihre Ausbildung mit dem Referendariat abschließen, sind an Mülheimer Grundschule drei Lehrerstellen neu ausgeschrieben. Und zudem 13 Stellen für Sonderpädagogen für das gemeinsame Lernen.

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