Heimatmuseum

Das Tersteegenhaus auf dem Kirchenhügel wird renoviert

Vorbereitungen für die Renovierung:  Restauratorin Martina Ern vom Stadtarchiv packt Gemälde ein.

Foto: Alexandra Roth

Vorbereitungen für die Renovierung: Restauratorin Martina Ern vom Stadtarchiv packt Gemälde ein. Foto: Alexandra Roth

Mülheim.   Mülheims Heimatmuseum bleibt in den nächsten Monaten geschlossen.Im Mai soll sich das Haus dann mit neuer Konzeption präsentieren.

Das Tersteegenhaus auf dem Kirchenhügel hat im Dezember einen Ansturm erlebt: 3452 Besucher kamen während des Adventsmarktes in Mülheims kleines Heimatmuseum, über 5000 waren es insgesamt in 2016. Das Haus ist jetzt geschlossen, es wird renoviert. Markus Püll vom Förderverein hofft, dass das Tersteegenhaus am 21. Mai wieder öffnen kann: pünktlich zum Tag der Museen.

Derzeit packen Mitarbeiter des Stadtarchivs Exponate und Bilder ein – für die Renovierung werden diese zum Teil eingelagert. Die Fossiliensammlung ist längst aus dem Erdgeschoss ins Essener Ruhrmuseum umgezogen (wo sie erfasst und katalogisiert wird). Die Möbel werden im Tersteegenhaus abgedeckt, Schränke von der Wand gerückt. Im Erdgeschoss wurde begonnen, das alte Bad abzubauen: Dort sollen moderne Besuchertoiletten entstehen. Dann wird die Nachtspeicherheizung durch eine moderne Fernwärmeheizung ersetzt. Danach kommen die Maler, die das Haus von oben bis unten neu streichen. Auch ein frischer Außenanstrich ist vorgesehen.

Die Exponate werden allerdings nicht wie gehabt ausgestellt, wenn die Renovierungsarbeiten beendet sind: Der Förderverein Tersteegenhaus konnte mit Anke Asfur eine Historikerin aus Aachen gewinnen, die ein neues Ausstellungskonzept umsetzen wird. „Im wesentlichen werden die Exponate besser präsentiert werden, so dass ein roter Faden erkennbar ist und sich die Ausstellung auch ohne Führung erschließt“, erklärt Kai Rawe, der Leiter des Stadtarchivs.

„Leben auf dem Kirchenhügel“ wird das Ausstellungsmotto, das Leitthema weiterhin sein, ein Blick auf das alte Mülheim noch vor der Industrialisierung soll möglich werden. „Es wird ja nicht umgebaut“, zerstreut Rawe auch die Bedenken mancher Besucher, dass sich das Heimatmuseum stark verändern könnte. Aber zeitgemäßer wird sich die Ausstellung künftig zeigen, mit modernen, einheitlich präsentierten Informationen.

Das unter Denkmalschutz stehende Tersteegen-Haus, eins der ältesten Fachwerkhäuser auf dem Kirchenhügel, war das Wohnhaus des Predigers und Kirchenlieddichters Gerhard Tersteegen. Es beherbergt aber auch kulturgeschichtliche Sammelstücke wie Möbel, Hausrat und Bilder aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Tersteegen (1697 – 1769) und dem Arzt und Schriftsteller Dr. Carl Arnold Kortum (1745 – 1824) ist jeweils ein Raum gewidmet.

Vor allem der Tersteegen-Raum soll neu erfahrbar werden. Der gläubige Mann hat sich nie porträtieren lassen, das macht es für Besucher heute schwer, sich ihm zu nähern. „Da ist man mit den handschriftlichen Dokumenten schon ziemlich dicht an ihm dran“, sagt Rawe. Der berühmte „Blutbrief“ von 1738, mit dem Tersteegen seinen Glauben bekräftigte, wird aber weiterhin nicht im Original ausgestellt. Vertonungen von Tersteegens Liedern („Ich bete an die Macht der Liebe“) könnten allerdings zu den Exponaten gespielt werden. Gijs Burger, Kirchenmusikdirektor der Petrikirche, wird die Historikerin Anke Asfur mit einer CD unterstützen, so Püll.

Weitere Spenden sind erwünscht

Renovierung und Neukonzeption sind teuer, und an den Kosten fürs Tersteegenhaus haben sich viele mit Spenden beteiligt. Heizung und Außenanstrich übernimmt der Immobilienservice der Stadt als Eigentümer. Ein Zuschuss von maximal 20 000 Euro kommt mit Hilfe der NRW-Stiftung zusammen. 10 000 Euro sind fest zugesagt, um die Ausstellungsräume zu renovieren und inhaltlich überarbeiten zu können. Alle weiteren Spendengelder, die der Freundes- und Förderkreis Ter­steegenhaus für diesen Zweck noch einwerben kann, wird die NRW-Stiftung verdoppeln – bis zu einer Höchstsumme von 10 000 Euro. „Zwei Drittel davon haben wir geschafft“, gibt sich Markus Püll zuversichtlich.

Verkauf von Bastelbögen „Kirchhügel“

1000 Euro hat der Geschichtsverein gestiftet, dessen Mitglieder sich liebevoll und ehrenamtlich seit Jahrzehnten um das Tersteegenhaus kümmern. 5000 Euro kamen von der Bezirksvertretung 1, über 600 Euro brachte der Verkauf von Bastelbögen „Kirchhügel“. Weitere Spenden sind willkommen und nötig, damit sich das Heimatmuseum neu präsentieren kann.

Spendenkonto Heimatmuseum:
IBAN DE 34 3624 0045 0744 4508 00
Weitere Info: www.heimatmuseum-tersteegenhaus.de

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