Menschen machen’s möglich

„Das ist mein Zuhause“: Engagement für den Raffelbergpark

Setzen sich für den Erhalt des Raffelbergparks in Mülheim ein: Alexandra Carina Klesty und Reinhard Machowinski.

Setzen sich für den Erhalt des Raffelbergparks in Mülheim ein: Alexandra Carina Klesty und Reinhard Machowinski.

Foto: Nikolina Miscevic

Mülheim.  Seit 1990 setzt sich ein Mülheimer Verein für den Erhalt des Raffelbergparks am Solbad ein. Er ist bei „Menschen machen’s möglich“ nominiert.

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Täglich spaziert Alexandra Klesty mit ihren zwei Hunden durch den Raffelbergpark. Die idyllische Anlage ist ihr ans Herz gewachsen. „Das ist mein Park, der gehört zu meinem Zuhause“, sagt die 34-Jährige.

Klesty ist eine echte Raffelbergerin. Seit ihrer Geburt lebt sie einen Steinwurf entfernt von der das Solbad umschließenden Grünfläche. Früh wurde sie in den Schutz des Parks einbezogen: Ihre Eltern engagierten sich vor rund 30 Jahren in einer Bürgerinitiative gegen Pläne, das Areal in ein Spaß- und Thermalbad umzuwandeln. „Da habe ich damals schon als kleines Kind Buttons gedruckt“, erinnert sie sich.

1990 gegründet: Verein zur Erhaltung des Parks am Solbad Raffelberg

Seit Oktober 2018 ist Klesty, die im benachbarten Duisburger Stadtteil Duissern als Tierärztin praktiziert, nun Vorsitzende vom „Verein zur Erhaltung des Parks am Solbad Raffelberg“. Entstanden ist er 1990 aus der genannten Bürgerinitiative. Mit ihr gehören noch drei weitere Ehrenamtler zum Vorstand des rund 230 Mitglieder zählenden Vereins.

Einer von ihnen ist Reinhard Machowinski, einziger Mann in der Vereinsführung. Der 68 Jahre alte Rentner zog 1993 in die Raffelbergsiedlung, schloss sich kurz darauf dem Verein an und setzte sich vor acht Jahren leidenschaftlich gegen das Vorhaben ein, am benachbarten Autobahnkreuz Kaiserberg einen Autohof samt Spielhalle zu errichten.

Gemeinsam macht sich der vor einem Dreivierteljahr komplett neu besetzte Vorstand daran, den Verein aus seinem Dornröschenschlaf zu wecken. „Wir möchten wegkommen von einer Zwei-Mann-Show, die es jahrzehntelang vorher gab“, sagt Machowinski. Zukünftig wolle man die Mitglieder wieder stärker einbeziehen und neue werben. Mit erstem Erfolg: „Seit unserem Antritt sind 100 Leute dazugekommen.“

Verein wünscht sich Patenschaften für die Pflanzung neuer Bäume

Zu tun gibt es genug: Demnächst müssen 15 Bäume, die aufgrund des Klimas vertrocknet sind und wegen ihrer Brüchigkeit eine Gefährdung darstellen, vom Forstamt gefällt werden. „Da wäre es natürlich schön, wenn es Patenschaften gibt für die Pflanzung neuer Bäume“, wünschen sich die beiden. Auch Kleinigkeiten, die aber wichtig für die Pflege des Parks sind, sind immer wieder zu erledigen: Sei es das Bewässern der Pergola, wofür ständig eine Gießkanne bereitsteht, oder das Aufsammeln von achtlos entsorgtem Müll.

Als nächste größere Aktion steht im September die Teilnahme am Tag des offenen Denkmals an. Wegen seiner Bedeutung als Gesamtkunstwerk steht der Raffelbergpark seit 1994 auf der Denkmalliste. Der Verein wird zu diesem Anlass Interessierten Führungen durch die 1909 entstandene Anlage anbieten.

Parkerhalter wollen verhärtete Strukturen aufweichen

Vor allem möchten die Parkerhalter verhärtete Strukturen aufweichen: „Im Laufe der Jahrzehnte hatten sich Gräben gebildet – sowohl unter den Mitgliedern als auch mit der Stadt und anderen Nutzern des Areals wie dem Theater an der Ruhr“, schildert Machowinski. Man bemühe sich um eine gute Kommunikation mit allen Beteiligten, um eine konstruktive Zusammenarbeit zu ermöglichen.

Einen guten Draht wiederherzustellen, scheint zu fruchten: Das Forstamt informiert den Verein über seine Vorhaben, die Stadt stellte neue schmucke weiße Bänke in den Park und mit dem Theater gibt es Absprachen zum Denkmalstag.

„Man könnte einen Fulltime-Job daraus machen“

Dass das lobenswerte Engagement der Ehrenamtler einen Teil der Freizeit in Anspruch nimmt, ist klar: „Jeden Montag trifft sich der Vorstand , dann kommt der Schriftverkehr hinzu, Texte verfassen für Flyer – und man hat noch keinen Baum gepflanzt“, berichtet Klesty.

Und fügt hinzu: „Wenn man wollte, könnte man einen Fulltime-Job daraus machen.“Das alles nehmen sie gern in Kauf für die Erhaltung des einzigen Grünstreifens in Speldorf. Denn: „Der Park ist eine Ruheoase, fern von jeder Hektik.“

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