Hitzewelle

Das ist einer der heißesten Arbeitsplätze in Mülheim

Ronny arbeitet bei bis zu 70 Grad Celsius in seinem Grillhähnchen-Stand in Mülheim.

Ronny arbeitet bei bis zu 70 Grad Celsius in seinem Grillhähnchen-Stand in Mülheim.

Foto: Martin Möller / Martin Möller / Funke Foto Services

Mülheim.  Jeden Montag steht Ronny mit seinem Grillhähnchen-Stand in Mülheim. Auch jetzt im Sommer – bei bis zu 70 Grad. Er macht es aus Leidenschaft.

Ohne Unterbrechung knallt die Sonne auf das Dach des kleinen orangenen Transporter – der Asphalt drumherum glüht. Mit einem Tuch wischt Ronny sich über die Stirn. „Man muss einfach immer daran denken, dass der Tag auch ein Ende hat“, sagt er, während er ein Hähnchen von der Grillstange nimmt, in eine Tüte packt und über den Tresen reicht. Ronny arbeitet an einem der wohl heißesten Orte in Mülheim: Einem Brathähnchen-Stand, der immer montags vor der Aldi-Filiale an der Essener Straße steht. Und das schon seit 25 Jahren.

Temperaturen von bis zu 70 Grad

An Sommertagen wie diesen sind in dem kleinen Bus bis zu 70 Grad. Abkühlung bekommt er nur, wenn er mal nach draußen tritt, sagt Ronny. Denn zwischen der Theke und den Grillstäben, auf denen sich die Hähnchen langsam drehen, ist nicht viel Platz. Nasse Tücher und ein Fächer sorgen zusätzlich für ein wenig Abkühlung. „Man kann das eigentlich alles nur mit Humor nehmen“, sagt er. Schließlich habe er auch einige Vorteile durch seinen Job: „Ich spare mir den Gang in die Sauna und specke im Sommer bis zu zehn Kilo ab.“

Für viele seiner älteren Kollegen sei das Wetter allerdings ein großes Problem. Für sie muss er oft einspringen, „da sie häufig mit Kreislaufproblemen zu kämpfen haben.“ Damit er die Tage übersteht, bekomme er von seinem Chef Geld für Wasser – bis zu 9 Liter trinkt er am Tag.

Viele wollen bei der Hitze nicht kochen

Dass an den heißen Tagen weniger Leute ein Hähnchen kaufen, kann er nicht feststellen. Viele seien dann zu träge, um selbst zu kochen. So wie eine Kundin, die gerade vor dem Tresen auftaucht. „Ich hatte heute einfach keine Lust, an den Herd zu gehen“, sagt sie und nimmt das Hähnchen von Ronny entgegen.

Der 42-jährige Oberhausener arbeitet an vier Tagen in der Woche. Immer von 9 bis 20 Uhr. Für die nötige Abkühlung sorgt er nach Feierabend. „Am liebsten gehe ich mit meinen Hunden an die Ruhr und springe ab und zu auch mal gerne rein.“ Denn in seiner Dachgeschosswohnung kann er an diesen heißen Tagen von Abkühlung auch nur träumen.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben