Spendenaktion

Dank Jolanthe können Kinder in Mülheim wieder mehr spielen

Das Team vom AWO Spielmobil: Julie Ngouango, Tamara Breuer, Daniela Glandorf, Annika Lambrecht und Andreas Vanscheidt (v.l.). Sie freuen sich gemeinsam mit den Kindern  über die Spende der WAZ-Aktion Jolanthe.

Das Team vom AWO Spielmobil: Julie Ngouango, Tamara Breuer, Daniela Glandorf, Annika Lambrecht und Andreas Vanscheidt (v.l.). Sie freuen sich gemeinsam mit den Kindern über die Spende der WAZ-Aktion Jolanthe.

Foto: Oliver Müller

Das Awo-Spielmobil freut sich über den Erlös der WAZ-Aktion Jolanthe. Knapp 4000 Euro waren dafür etwa beim Neujährchen zusammengekommen.

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Der Blick gen Himmel gehört zum Arbeitsalltag. Denn wie bei allen Freiluftangeboten gilt auch für das Awo-Spielmobil: Alles steht und fällt mit dem Wetter. So ist es nicht verwunderlich, dass an diesem verregneten Dienstagnachmittag der Spielplatz an der Arndtstraße so gut wie verwaist ist. Wer schaukelt schon gerne, wenn’s schauert?

Doch Projektleiterin Annika Lambrecht und ihr Team trotzen diesmal dem schlechten Wetter, haben sie doch allerhand neues Spielzeug an Bord, das sie vorzeigen möchten. Finanziert wurde das durch Spenden der WAZ-Aktion Jolanthe. Knapp 4000 Euro kamen unter anderem beim Neujährchen auf der Schleuseninsel zusammen, die nicht nur für neue Spielsachen, sondern auch für Reparaturen genutzt werden sollen.

Das Konzept ist über 40 Jahre alt – aber zeitlos. „Mobile Spielplatzbetreuung“ leistet das Spielmobil an jedem Dienstag von März bis Oktober. Immer abwechselnd steuert das Team um Annika Lambrecht dann die Eppinghofer Spielplätze an Arndt- und Charlottenstraße sowie den Spielplatz an der Moritzstraße in Styrum an. Die Fracht des bunt bemalten Kleintransporters lädt zum Spielen, Toben, Basteln ein. Laufräder und Rutschautos, Feder- und Fußbälle, Frisbees und Trockenski, übergroße Bauklötze und Dominosteine, Wikinger-Schach und Bastel-Utensilien hat das Spielmobil unter anderem geladen. Wer also genug von Rutsche und Sandkasten hat, kann ein Spielzeug ausleihen oder bei den Bastelangeboten des Teams mitmachen.

Das kommt laut Annika Lambrecht auch nach Jahrzehnten noch bestens an: „Wir merken, dass die Kinder sich freuen, wenn sie jemanden ansprechen können.“ Doch nicht nur die Kleinen suchen Kontakt, auch mit Eltern kommt das Team ins Gespräch. Ganz einfach und niederschwellig funktioniere das, sagt die Awo-Mitarbeiterin: „Man sitzt zusammen und unterhält sich.“ Vor allen in Styrum trifft das Team so „auf viele junge Familien, die auf dem Spielplatz ihre Freizeit verbringen“. Derzeit seien auch viele Geflüchtete darunter, für die das Spielmobil eine Anlaufstelle sei.

Von 15 bis 18 Uhr parkt der Transporter an den Spielplätzen. Jedoch merken die Betreuer, dass sich der Alltag von Kindern wandelt, dass Schule und OGS-Betreuung sie heute stärker und länger einspannen. So füllen sich die Spielplätze meist erst nach 16 Uhr.

Freies Spiel wird immer wichtiger

„Und Freispiel wird immer wichtiger“, sagt Annika Lambrecht. „Viele Kinder sind so verplant und haben den Kopf so zu, dass sie einfach nur toben wollen.“ Da reicht es manchmal, wenn die Betreuer des Spielmobils zum Schiri fürs Fußballspiel werden oder einfach die Bobbycars ausgeben.

Letztere sind übrigens Klassiker, die nie aus der Mode kommen – und die ganz schön was einstecken müssen. Auch beim verregneten Stopp an der Arndtstraße werden sie genutzt. Zwei Jungs trotzen dem schlechten Wetter und schnappen sich zwei ältere Modelle. Das rote Plastik ist verblichen und ramponiert, die Räder sind abgefahren. „Mindestens ein Bobbycar muss man eigentlich jede Woche reparieren“, berichtet Annika Lambrecht. Und wie zum Beweis schleppen die beiden Jungen die Rutscheautos prompt auf die eigentlich für Skateboards gedachte Rampe am anderen Ende der Wiese. (Doch keine Sorge: Awo-Mitarbeiterin Juline Ngouango stoppt die beiden Möchtegern-Stuntmänner.)

Ersatz für die mitgenommenen Rutscheautos ist übrigens bereits angeschafft: Neue, noch knallrote Exemplare wurden von der Jolanthe-Spende finanziert. Zudem Roller und Frisbees und Federballschläger und Diabolos und und und. „Außerdem werden wir die ein oder anderen Reparatur davon bezahlen“, sagt die Projektleiterin, wohlwissend, dass das Mobil in die Jahre gekommen ist. Im vergangenen Jahr hat ein Getriebeschaden fast das ganze Projekt beendet. „Wir hätten gerne einen neuen Transporter, aber dafür brauchen wir noch Sponsoren.“ Die Suche danach hat sich Annika Lambrecht für dieses Jahr vorgenommen, nun da die dringendsten Anschaffungen abgehakt sind.

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