Maskenpflicht

Corona in Mülheim: Nicht alle halten sich an Maskenpflicht

Auch auf der Eppinghofer Straße sind die Menschen zum überwiegenden Teil nur mit Maske unterwegs.

Auch auf der Eppinghofer Straße sind die Menschen zum überwiegenden Teil nur mit Maske unterwegs.

Foto: Martin Möller / FFS

Mülheim.  Die Maskenpflicht war das große Aufregerthema der vergangenen Tage, vor allem in sozialen Medien. In der Mülheimer City herrscht Verständnis.

In den sozialen Netzwerken ist die Maskenpflicht in den Mülheimer Einkaufszonen ein großes Aufregerthema. In der Innenstadt selbst hingegen herrscht überwiegend eine große Akzeptanz. Ein Lagebericht.

Auf der Eppinghofer Straße ist es am Samstagmittag sehr ruhig. Vereinzelt sind Menschen ohne Maske zu sehen. Andere – meistens Männer – tragen sie unter dem Kinn, wieder andere ziehen die Mund-Nasen-Bedeckung erst kurz vor dem Betreten des Geschäfts aus der Jackentasche. „Die meisten sind vernünftig, aber es sind schon noch viele ohne Maske unterwegs“, hat Mirkan Kaya, Verkäufer im Nachtkiosk beobachtet.

Mülheimer Maskenpflicht: Über die Hälfte der Einnahmen gehen verloren

„Mit manchen kann man auch einfach nicht reden“, zuckt Bozan Ersavas mit den Schultern. Er betreibt den „Ruhrpott-Döner“ am Kreisverkehr und lässt keinen Kunden mehr ohne Mund-Nasen-Bedeckung rein. Mittlerweile dürfen sich die Menschen aber auch vor seinem Laden nicht mehr ohne Maske aufhalten.

„Wir sind natürlich nicht begeistert darüber“, sagt er, denn die neuesten Maßnahmen bedeuten für ihn weitere Umsatzeinbußen. „In derselben Zeit, wo wir sonst 200 Euro verdient haben, sind es jetzt vielleicht noch 70 der 80 Euro“, sagt Ersavas und ärgert sich darüber, dass immer weniger Leute unterwegs sind. Dennoch hält sich der Geschäftsmann freilich an alle Vorgaben. „Wir haben ja selbst auch Angst, wir haben Kinder“, sagt er über sich und seine Kollegen.

Auf dem Markt gilt schon lange die Maskenpflicht

Auf der Schloßstraße ist zur selben Zeit gerade Markt. Für die Händler hat die Maskenpflicht in der Fußgängerzone keine großen Auswirkungen mehr. „Bei uns ist das schon lange der Fall, weil unsere Geschäftsleitung das so gewünscht hat“, erklärt Martin Henninghaus. Seinem Stand durften sich Kunden schon seit Wochen nicht ohne Maske nähern.

„Mittlerweile haben sich die Leute daran gewöhnt“, hat der Markthändler beobachtet. 90 Prozent der Menschen hielten sich daran. „Im Sommer war es bei 36 Grad vielleicht noch etwas schwieriger, aber jetzt ist das kein Thema mehr“, sagt Henninghaus.

Markthändler lobt Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt

Sein Vater Theo, seit 62 Jahren in Mülheim auf dem Markt, lobt auch die Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt. „Die waren in den vergangenen Tagen hier und haben alles wunderbar erklärt, waren sehr freundlich und kulant“, sagt Henninghaus senior. Die Maskenpflicht selbst wurde am Samstag aber nur von zwei Ordnungshütern kontrolliert.

„Mittlerweile hilft auch der öffentliche Druck“, sagt Alexander Waldhelm, der mit zwei seiner Kinder auf der Schloßstraße unterwegs ist. „Wenn du als einziger von zehn Leuten keine Maske aufhast, wirst du dumm angeguckt, und da funktioniert dann auch bei den Letzten der Gruppendruck“, glaubt Waldhelm.

Andere sehen es schlichtweg pragmatisch. „Es muss ja gemacht werden“, sagt Dieter Gehrke. „Wenn es alle machen würden, wäre es wahrscheinlich noch besser“, sagt der Mülheimer. Von großer Aufregung wegen der Maskenpflicht war in Mülheims Innenstadt an diesem Wochenende unter dem Strich nichts zu erkennen.

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