Kino

Kartellamt prüft Fusion: Cinemaxx in Mülheim ausgegliedert

Das Cinemaxx im Mülheimer Rhein-Ruhr-Zentrum wird neuerdings von einer eigenen GmbH betrieben. Hintergrund ist ein laufendes Kartellverfahren.

Das Cinemaxx im Mülheimer Rhein-Ruhr-Zentrum wird neuerdings von einer eigenen GmbH betrieben. Hintergrund ist ein laufendes Kartellverfahren.

Foto: Martin Möller / Funke Foto Services

Mülheim.  Die Kino-Kette Cinemaxx gliedert ihren Standort in Mülheim aus. Eventuell benötigen die elf Säle im Rhein-Ruhr-Zentrum einen neuen Betreiber.

Hinter den Kulissen des Cinemaxx im Rhein-Ruhr-Zentrum Mülheim (RRZ) ist gerade einiges in Bewegung. Die in Hamburg ansässige Kinokette nimmt Abstand von dem Standort und hat ihn in eine eigene Gesellschaft überführt. Hintergrund ist ein laufendes Kartellverfahren.

Wie diese Redaktion zunächst aus Branchenkreisen erfahren hat, ist im Cinemaxx am Humboldtring einige Unruhe eingekehrt. Die Kinokette hat inzwischen auf Anfrage bestätigt, dass die Gesellschafterstruktur verändert und für den Mülheimer Betrieb eine separate Cinemaxx Entertainment GmbH & Co. KG geschaffen wurde.

Cinemaxx und Cinestar: Bundeskartellamt prüft Fusion

Hintergrund ist eine große Transaktion in der Branche: Im Oktober 2018 war bekannt geworden, dass der britische Kinobetreiber Vue International, dem Cinemaxx gehört, die Cinestar-Gruppe aufkauft, den größten Kinobetreiber in Deutschland mit fast 60 Häusern. Das Bundeskartellamt muss zustimmen und ist schon seit Längerem dabei, die geplante Fusion zu prüfen. Voraussichtlich am 2. März 2020 soll es eine Entscheidung geben.

Zur Cinemaxx-Gruppe gehören momentan deutschlandweit 31 Lichtspielhäuser, darunter drei Kinos im Ruhrgebiet: in Essen, Hamm und im Mülheimer RRZ. In der Hamburger Zentrale befürchtet man offensichtlich, dass die Übernahme nicht glatt durchgewunken wird. „Wir bereiten uns auf mögliche Vorgaben der Behörde vor“, erklärt eine Unternehmenssprecherin.

Für die Besucher ändert sich zunächst nichts

Über den Betriebsübergang habe man die betroffenen Mitarbeiter informiert. „Für unsere Kunden ändert sich durch diesen Schritt grundlegend nichts.“ Wenig besorgt klingt auch Ulrich Staats, Theaterleiter im Cinemaxx Mülheim. Er und seine insgesamt 42 Mitarbeiter seien „gespannt, aber auch entspannt“.

Das Rhein-Ruhr-Zentrum soll ab Herbst 2020 umfassend umgebaut werden. Als die Pläne bekannt wurden, hieß es von Seiten des Cinemaxx, man begrüße das Vorhaben. „Wir können versichern, dass uns eine langfristige Standortpräsenz wichtig ist“, erklärte eine Cinemaxx-Sprecherin Ende April 2019 auf Anfrage dieser Redaktion.

Auch künftig soll es im RRZ ein Kino geben

Der Eigentümer des RRZ, Redos, verweist auf den laufenden Mietvertrag mit Cinemaxx, möchte sich aber zu vertraglichen Details nicht äußern. Eine Sprecherin betont allerdings: „Ein Kino bleibt auch künftig Bestandteil des Entertainmentbereichs im Rhein-Ruhr-Zentrum.“ Im Rahmen der geplanten Modernisierung würden Kino, Foodbereich und Veranstaltungsflächen „zu einer modernen Erlebniswelt auf zwei Etagen verbunden“.

Betreiber der Filmpassage: Kein Interesse am Standort in Heißen

Neben dem Kino im Rhein-Ruhr-Zentrum gibt es in Mülheim zwei weitere Lichtspielhäuser: das Filmkunsttheater Rio im Medienhaus und die Filmpassage im Forum. Deren Betreiber, Meinolf und Anja Thies, streiten sich momentan mit den Eigentümern des Forums, unter anderem über die finanziellen Folgen eines Wasserschadens. Interesse, die Kinosäle im RRZ zu übernehmen, falls sich die Gelegenheit bieten sollte, haben sie nach eigener Aussage aber nicht.

Für Meinolf Thies ergibt sich allerdings folgende Schlussfolgerung: „Die Eigentümer sollten ihre Kinomieter gut pflegen.“ Er selber hat mehr als 20 Jahre lang das Cinemaxx in Essen geleitet und bis Herbst 2013 auch das Cinemaxx im RRZ. Zurück an den Humboldtring wolle er nicht.

Leserkommentare (1) Kommentar schreiben