Stadtteile

Bunt statt Grün: Trafos strahlen in knalligen Farben

Schülerinnen und Schüler der 10d der Realschule Stadtmitte vor dem Trafo auf dem Dickswall, den sie (neben zwei weiteren) bemalt haben. V.l.:  Lehrerin Andrijana Wolf, Barbara Thönnes (Museumspädagogin), Isabelle Wojcicki (JZ Mitte), Petra Kox (Innogy) und Bianca, Pascal, Max, Nick, Shania und Rachel.

Foto: Kerstin Bögeholz

Schülerinnen und Schüler der 10d der Realschule Stadtmitte vor dem Trafo auf dem Dickswall, den sie (neben zwei weiteren) bemalt haben. V.l.: Lehrerin Andrijana Wolf, Barbara Thönnes (Museumspädagogin), Isabelle Wojcicki (JZ Mitte), Petra Kox (Innogy) und Bianca, Pascal, Max, Nick, Shania und Rachel. Foto: Kerstin Bögeholz

Mülheim.   Malaktion an Schalterkästen kam bei Beteiligten gut an. Kinder und Jugendliche engagiert bei der Sache. Hoffen auf Neuauflage im nächsten Jahr.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Aufmerksamen Passanten sind sie vielleicht schon aufgefallen: Bunt bemalte Trafos und Schalterkästen in der Innenstadt und in Heißen. Kaum jemand dürfte sich aber noch daran erinnern, dass die einst grünen Trafostationen, die heute fröhliche Hingucker sind, zuvor hässlich beschmiert waren, verklebt und verschmutzt. Die Schülerinnen und Schüler, die sich um die Bemalung gekümmert haben, erinnern sich schon: Sie haben jeden Trafo vor dem Bemalen gründlich saubergemacht.

Schon im vergangenen Jahr haben Kinder und Jugendliche – gesponsert vom Unternehmen Innogy, dem die Stromverteilerkästen ja gehören – Trafos in der Innenstadt bunt gestaltet. Eine Aktion, die so gut ankam, dass sich die Beteiligten auch in diesem Jahr wieder zusammenfanden. Das Jugendzentrum Stadtmitte, das Kunstmuseum, das Familiennetzwerk Heißen und das Café Ziegler (Karl-Ziegler-Schule) beteiligten sich an dem Projekt, bei die jungen Maler teils von Graffiti- und Street-Art-Künstlern wie Damian Bausch und Aran Hudson (Cole Blaq) unterstützt wurden.

Jugendliche verschönern Trafo-Stationen

Beteiligt waren auch in diesem Jahr wieder Schülerinnen und Schüler der Realschule Stadtmitte, die etwa den Trafo am Dickswall oder am Werdener Weg verschönert haben. Andrijana Wolf, Klassenlehrerin der 10 b, ließ im Kunstunterricht der Kreativität der Zehntklässler freien Lauf. „Wir durften machen, was wir wollten“, erzählt Pascal. Bedingung: Die verschiedenen Entwürfe mussten als 3D-Modelle aus Pappe gestaltet werden. Das Universum-Motiv von Pascal und Viktoria schmückt inzwischen die Trafo-Station am Dickswall 107. Jugendliche aus Heißen verschönerten einen Trafo an der Paul-Kosmalla-Straße mit einem Sternmotiv. Kandinsky- und Macke-Motive finden sich passenderweise in der Nähe des Kunstmuseums auf den Trafostationen.

Kinder und Jugendliche aus dem Jugendzentrum Stadtmitte wählten rosa Flamingos auf Blautönen. So wurde der Trafo an der Eppinghofer Straße 88 zum Schmuckstück. Was vor allem im direkten Vergleich vorher – nachher auffällt: Die ursprünglich grün lackierte Trafostation war über und über hässlich beklebt. An der Südstraße, in der Nähe des Skateparks, surft eine bunte Figur auf dem zuvor grauen Schaltkasten.

Lob und Zuspruch von Passanten

Die Jugendlichen erhielten Lob und Zuspruch von Passanten und Anwohnern, wenn es auch mal kritische Fragen gab: Ob das denn erlaubt sei? Das war es ausdrücklich, ein paar Bilder haben es sogar auf Youtube geschafft. Für die Reinigung der Kästen vor dem Bemalen baten die jungen Leute um Wasser zum Putzen bei den Anwohnern – auch so kam man miteinander ins Gespräch. „Am Dickswall gab uns jemand Tipps, kam mit seinem Rucksack vorbei, um uns zu helfen“, erzählt Nick. So kam auch die Nachfrage, ob man nicht auch woanders eine Wand gestalten wolle...

Ein haltbares Ergebnis im Stadtteil, das man zeigen und fotografieren kann: Darauf sind die Schüler schon ein bisschen stolz. Schulen und Jugendzentren dürften sich über eine Neuauflage im kommenden Jahr freuen. „Doch dann müssen wir die Aktion aber ins gesamte Stadtgebiet ausweiten,“ lacht Museumspädagogin Barbara Thönnes. „In der Innenstadt gibt es gar keine freien Trafos mehr.“

>> 23 Lackdosen und 58 Sprühdosen verbraucht

- Neun Trafostationen wurden von rund 30 Kindern und Jugendlichen in der Innenstadt und in Heißen gestaltet. Der zehnte Trafo steht an der Schulstraße und ist noch in Arbeit.

- 23 Lackdosen und 58 Sprühdosen haben die jungen Maler verbraucht. Organisiert wurde die zweite Malaktion wieder von verschiedenen Akteuren des Bildungsnetzwerks Innenstadt.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Auch interessant
Leserkommentare (1) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik