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Bürger diskutieren über Baupläne an der Düsseldorfer Straße

Ein ehemaliges Wohnhaus gegenüber dem Grundstück Düsseldorfer Straße 193 in Saarn ist abgerissen worden. An dessen Stelle soll ein Bürogebäude errichtet werden.

Ein ehemaliges Wohnhaus gegenüber dem Grundstück Düsseldorfer Straße 193 in Saarn ist abgerissen worden. An dessen Stelle soll ein Bürogebäude errichtet werden.

Foto: Martin Möller

Saarn  Für neue Bürobauten an der Düsseldorfer Straße in Mülheim-Saarn muss die Stadt den Bebauungsplan anpassen. Anwohner befürchten noch mehr Staus.

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. „Wie hoch werden die Neubauten?“, „Wann eröffnet die Gastronomie?“ „Wie soll die Zufahrt aussehen?“, „Wo sollen die Autos parken?“, „Wie wollen Sie den Verkehrsfluss auf der Düsseldorfer Straße mit noch mehr Autos regeln?“ – Diese und weitere Fragen hatten Saarnerinnen und Saarner während einer Bürgerversammlung zur anstehenden Änderung des Bebauungsplanes „Düsseldorfer Straße/Lehnerstraße – X1“. Dazu hatte die Bezirksvertretung III (Linksruhr) in den Bürgersaal des Saarner Klosters eingeladen.

Fläche zwischen Schienendamm und Tennisplätzen

Rund 30 Personen, darunter Anlieger und Ortspolitiker, interessierten sich für Details. Davon konnte Daniela Schulz, Abteilungsleiterin Stadtplanung im Technischen Rathaus, nur wenige nennen, „weil wir diese erst während des Planänderungsverfahrens ermitteln und festschreiben.


Konkret geht es um eine Fläche an der Düsseldorfer Straße zwischen dem ehemaligen Schienendamm der Ruhrtalbahn und der Zufahrt zu den noch bestehenden Tennisplätzen.

Neben Büros auch Systemgastronomie geplant

„Der Name des Planes ist etwas irreführend und stammt von früher“, stellte Hermann-Josef Hüßelbeck, Bezirksbürgermeister und Diskussionsleiter, klar.

Direkt an der Düsseldorfer Straße planen die Investoren eine zweigeschossige Systemgastronomie mit Außenterrasse. Als Betreiber hat sich die Kette „L’Osteria“ angesagt. Die ist bereits in den Grenzen des bestehenden Bebauungsplans möglich. Ob sie bereits im Frühling 2020 eröffnet, wie ein Versammlungsteilnehmer gehört haben will, werten die Stadtplaner als „sehr ambitioniert“. Bebauungsplanänderungen mit allen erforderlichen Gutachten zu Klima, Lärm, Natur, Verkehr und Wohnen dauern länger.

Bis zu sechs Etagen sind vorgesehen

Ändern möchten die Stadtplaner im Einvernehmen mit dem Investor jedoch die zulässige Bauhöhe. Die liegt bisher bei neun Metern, was maximal drei Geschossen entspricht. Im hinteren Bereich sollen aber zwei Büroneubauten mit vier und sechs Etagen entstehen. Die gehen aber nur bei zugelassenen 20 Metern Bauhöhe. „Ob die Autos der Beschäftigten und der Restaurantgäste in einer Tiefgarage, in Parkdecks oder im Innenhof parken, ist noch nicht entschieden“, erklärte Daniela Schulz.

Ebenso offen ist noch, ob die bestehende Zufahrt erweitert oder eine zweite gebraucht wird. Eine Verbindung mit den Parkplätzen des neuen Edeka-Marktes im Saarn-Center soll es nicht geben. „Die kleine Straße bleibt eine Sackgasse“, sagte die Stadtplanerin. Ob die Zufahrt zum neuen Bürostandort eine Zufahrt mit Ampeln bekommt, ist ebenfalls noch nicht entschieden.

Stadtplaner wollen Lärmschneise vermeiden

Linksabbieger Richtung Dorf haben dort heute schon Probleme. Andererseits, dass wissen Stadt- und Verkehrsplaner, ist die Düsseldorfer Straße bereits heute stark befahren und häufiger von Staus geprägt. In diesen Schlangen holen sich auch Linienbusse Verspätungen. Die Bebauung des Lindgens-Areals bringt weitere Autos auf die Bundesstraße. „Wir suchen nach Lösungen“, versprach Daniela Schulz.

Die höchsten Häuser sollen nicht an der Düsseldorfer Straße entstehen, „damit wir dort keine Lärmschneise bekommen“, antwortete die Stadtplanerin auf Fragen. Die Verträglichkeit mit dem Stadtklima sowie Auswirkungen auf die Natur würden noch begutachtet.

Die Bedenken der Anlieger, dass noch mehr Autos mehr Staus auf die Düsseldorfer Straße bringen, konnte die Stadtplanerin nicht entkräften. Im Nadelöhr Kassenberg wird ebenfalls weiter gebaut. Nach knapp einer Stunde war die Versammlung beendet.

>> PLANER SEHEN STÄRKUNG FÜR STADTTEILZENTRUM

In der Begründung zur Bebauungsplanänderung wird angeführt, dass die Flächen innerhalb des Geltungsbereichs überwiegend brachliegen, ihr Potenzial untergenutzt sei.

Durch die Schaffung von Arbeitsplätzen in der Nähe Stadtteilzentrum könne der Standort Saarn langfristig gestärkt werden, heißt es.

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