Konzert

Bröselmaschine spielen Krautrock an der Freilichtbühne

Krautrock an der Freilichtbühne: Die Bröselmaschine spielte vor dicht besetzten Zuschauerreihen.

Foto: Zoltan Leskovar / FUNKE Foto Services

Krautrock an der Freilichtbühne: Die Bröselmaschine spielte vor dicht besetzten Zuschauerreihen. Foto: Zoltan Leskovar / FUNKE Foto Services

Mülheim.   Die Blumenkinder sind grau geworden, doch keineswegs müde: Die legendäre Band Bröselmaschine spielte mit Peter Bursch an der Freilichbühne.

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Alte VW-Busse, langes Resthaar, ein Pfeifchen für alle Fälle und viele gute Freunde: Die Blumenkinder sind grau geworden, doch keineswegs müde. Geschätzte 1000 alte, aber auch junge Fans der legendären Band „Bröselmaschine“ genossen auf der in den Nachbarstädten immer noch kaum bekannten Naturbühne am Dimbeck im Mittwochskonzert bei sommerlich-schwülen Regendrohungen ein starkes Open-Air-Konzert. Der ehrliche Kommentar von Peter Bursch: „Ich freue mich immer wieder, hier spielen zu können.“

Auf jeden Fall hatten die etwas kleineren Rockfreunde in den hinteren Reihen keinen leichten Stand und bisweilen eine schlechte Sicht. Wer es mit zunehmendem Alter ein wenig bequem schätzt, der hatte sich hier als regelmäßiger Besucher der Sommer-Konzertreihe gleich von zuhause den praktischen Hocker mitgebracht.

Pioniere des deutschen Krautrocks

Die bereits 1968 gegründete „Bröselmaschine“ gehört zu den Pionieren des deutschen Krautrocks. Ihre 1971 veröffentlichte erste Schallplatte mit Hippie-Songs zwischen Folk, Rock und indischen Sitar-Klängen genießt als teure Sammler-Rarität längst Kult-Status. Nach vielen Jahren Studio-Pause haben der Duisburger Band-Gründer und Gitarren-Dozent Peter Bursch und seine Freunde mit „Indian Camel“ jetzt wieder ein neues Album produziert, das die ewig junge Bröselmaschine mit unter anderem dem wilden Drummer Manni von Bohr und dem exzellenten Solo-Gitarristen Michael Dommers jetzt auf der Freilichtbühne vorstellte.

Auf der neuen CD wirken weiterhin verdiente Bröselmaschinisten wie Bassist Detlef Wiederhöft, Saxofonist Helge Schneider, Keyboarder Tom Plötzer sowie die junge Sängerin Liz Blue und diverse prominente Gäste wie der Sinti-Gitarrist Lulu Reinhardt oder der Percussionist Nippy Noya mit.

Retro-Show mit dem Song „I was angry“

Eröffnet wurde die stilistische Retro-Show mit dem Song „I was angry“, einem kernigen Rock-Stück mit sattem Groove und einem hinreißenden Solo von Michael Dommers, der mit seiner Gitarre den Geist der 70er Jahre wieder beschwor. Die Schlange am Bierstand wuchs und die gut aufgelegte Band spielte sämtliche Songs von „Indian Camel“ und auch eine schöne Blues-Nummer von Etta James, mit der Liz Blue unter dem großen Hut ihr Talent für Blues und Gospel bewies. Leider gingen die Ansagen der Musiker für die Zuhörer im zweiten Rang auf dem Wiesenhang akustisch ein wenig unter. Aber letztlich kommt es ja doch auf die Musik an. Viel Beifall für Peter Bursch und seine Bröselmaschine.

>> ALLE MUSIKALISCHEN MODEN ÜBERLEGT

- Die neue Bröselmaschinen-Aufnahme „Indian Camel“ ist bei MIG-Music für ca. 20 Euro sowohl als CD als auch als Schallplatte erhältlich.

- Zu hören sind indische Klänge auf der von Gitarrist Peter Bursch immer noch gespielten Sitar sowie eine bunte Mischung aus Jazz, Folk und Blues-Rock. Eine sehr hörenswerte Aufnahme, die alle musikalischen Moden locker überlebt hat.

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