Bei Balkenhols weht ein laues Lüftchen

„Seit meinem 15. Lebensjahr beschäftige ich mich mit der Umwelt- und Energiethematik, das war immer schon mein Interesse!“ So war Jörg Balkenhol im Jahr 2006 gut vorbereitet, als er sich mit seiner Frau Christina dazu entschloss, beim Bau des Niedrigenergiehauses in Speldorf möglichst viele energetische Maßnahmen umzusetzen. Jetzt ist das preisgekrönte Haus seit einigen Jahren fertig und bietet dem Ehepaar und seinen zwei Töchtern Emilia (6) und Marlen (4) ein helles, gemütliches und gleichmäßig 21 Grad warmes Heim. Es fällt sofort auf, dass im Erdgeschoss Türen zu den Zimmern fehlen, auch Heizkörper sind nicht zu sehen. „Wir haben keine Fußbodenheizung, sondern im Keller eine Wärmepumpe mit kontrollierter Be- und Entlüftung sowie Wärmerückgewinnung, deshalb sieht man nur kleine Einlässe in Deckenhöhe. ­Alle zwei Stunden wird die Luft im Haus komplett ausgetauscht, ohne dass wir die Fenster jemals öffnen müssten“, erklärt der Mechatronik-Ingenieur zufrieden.

60 Prozent Trinkwasser gespart

Die Luft sei immer gleich gut, nie muffig oder abgestanden. Die Wärmepumpe werde mit zertifiziertem Ökostrom betrieben, ihr Verbrauch liege pro Quadratmeter im Jahr bei 28 kWh, bei ungedämmten Häusern seien zwischen 100 und 150 kWh keine Seltenheit. Entschieden hat sich das Paar für den Bau eines 120 m² großen Fertighauses plus Keller in Holzständerbauweise, von einigen Herstellern als Komplettpaket angeboten. Diese Häuser bestehen aus einem Holzgerüst und sind in den Außenwänden optimal wärmegedämmt. „Man kann natürlich alle Komponenten gezielt bestellen. Wir haben uns mit den Details vertraut gemacht, uns zur Warmwassererzeugung für 4,8?m² Solarpaneelen auf dem Dach entschieden. Eine 6300 Liter-Regenwasserzisterne, die vom Dachwasser gespeist wird, haben wir vorm Haus eingelassen.“ Mit dem Regenwasser werde die Toilette gespeist. 60 Prozent Trinkwasser würden sie auf diesem Wege sparen.

Die Wärmepumpe, die „eigentlich so funktioniert wie ein umgekehrter Kühlschrank – sie produziert Wärme und gibt Kälte ab – “, habe in der Anschaffung nur 5000 Euro mehr gekostet als eine konventionelle Heizung. Dann sei zudem das Grundstück rund ums Haus zu 100 Prozent entsiegelt, die Gefälle so ausgetüftelt, dass kein Oberflächenwasser in den Kanal fließe. Jörg Balkenhol lacht. „Als ich das angegeben habe – man spart ja Geld durch entsiegelte Flächen – war einen Tag später der Abwasserentsorger hier, um sich persönlich von der Richtigkeit meiner Angaben zu überzeugen.

Früher haben uns einige Bekannte einen Vogel gezeigt. Heute, wenn wir unsere Strom-Verbrauchszahlen nennen, kommen sie ziemlich ins Grübeln“, freut sich der überzeugte Umweltschützer, und würde sich ein breites Engagement innerhalb der Bevölkerung wünschen.

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