Betrug

Bande fälscht Meldebescheide in Mülheim: 30.000 Euro Schaden

Eine Betrügerbande hat in Mülheim Meldebescheide gefälscht und damit 30.000 Euro erschlichen.

Eine Betrügerbande hat in Mülheim Meldebescheide gefälscht und damit 30.000 Euro erschlichen.

Foto: Getty Images

Mülheim.  Sechs mutmaßliche Beteiligte stehen vor dem Landgericht in Duisburg. Sie sollen sich 30.000 Euro erschlichen haben – und Lebensmittel.

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Mülheim soll einer der Schwerpunkte des kriminellen Treibens einer Bande gewesen sein, die zwischen Juni 2017 und Januar 2018 in großem Stil Betrügereien begangen haben soll. Zu den Geschädigten gehörten vor allem Banken. Die Täter sollen auch mit falschen Bezugsscheinen agiert haben, die angeblich von Jobcentern und Sozialämtern ausgestellt wurden. Sechs mutmaßliche Beteiligte stehen seit gestern vor dem Landgericht Duisburg.

Die Angeklagten – zwei Männer und vier Frauen – kommen aus Oberhausen, Hamburg, Lübeck, Gelsenkirchen und Düsseldorf. Geboren wurden sie allerdings alle in der selben Region in Serbien. Die Staatsanwaltschaft wirft den 35 bis 44 Jahre alten Angeklagten Urkundenfälschung und Betrug in mehr als 100 Fällen vor. Ein 39-jähriger Hamburger soll der Ausgangspunkt für das kriminelle Unternehmen gewesen sein. Er soll falsche Personalpapiere und Meldebescheinigungen hergestellt haben. Später soll ihn ein Mittäter aus Lübeck – zufällig sein Bruder – bei dieser Tätigkeit unterstützt haben. Der 39-Jährige soll auch die Anweisungen an die weiblichen Mittäter gegeben und die Beute aufgeteilt haben.

Brüder und Schwestern stecken unter einer Decke

Die vier Frauen – zwei davon sind Schwestern – sollen in wechselnder Täterschaft und in einigen Fällen von weiteren Mittätern begleitet, mit den falschen Papieren Konten bei diversen Geldinstituten und Banken eröffnet haben. Diese sollen dazu gedient haben, Kleinkredite zu erschwindeln, die für die Anschaffung zum Beispiel von Möbeln genutzt wurden. Zudem sollen die Dispo-Kredite der Konten jeweils bis auf den letzten Cent ausgeschöpft worden sein. Der Schaden soll knapp 30.000 Euro betragen. Weitere 6000 Euro sollen die Angeklagten durch gefälschte Sach- und Lebensmittelgutscheine erschwindelt haben, die auf Jobcenter und Sozialämter in der Region ausgestellt waren.

Nach der Anklageverlesung zogen sich die beteiligten Juristen zu einem ausführlichen Rechtsgespräch zurück. Für das Verfahren sind bis April zahlreiche Fortsetzungstermine vorgesehen.

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