Drohender Engpass

Bald Tausende von Patienten ohne Hausarzt?

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Mülheim.  Mit einem Engpass bei der hausärztlichen Versorgung rechnet Uwe Brock, der Vorsitzende der Mülheimer Ärztekammer, in spätestens fünf Jahren. Denn es gehen mehr Ärzte in den Ruhestand, als neue nachkommen.

Spätestens in fünf Jahren rechnet der Vorsitzende der Mülheimer Ärztekammer, Uwe Brock, mit erheblichen Problemen bei der hausärztlichen Versorgung.

„Wir wissen, dass von den 106 Hausärzten 20 in den Ruhestand gehen werden. Nach jetzigem Stand werden wir höchstens zehn Stellen wieder besetzen können, weil für ganz Nordrhein nur 100 zur Verfügung stehen.“ Die Folgen: Jeder Hausarzt in Mülheim versorgt etwa 1000 Patienten. 20 000 Patienten müssten sich bis 2015 einen neuen Hausarzt suchen, bis zu 10 000 finden keinen.

„Denn die verbleibenden Kollegen sind in der Regel hoch belastet. Viele nehmen schon jetzt keine neuen Patienten mehr auf“, so Brock. Zu viele Patienten führten nur dazu, dass die Wartezeiten noch länger würden, die Versorgung noch schneller erfolgen müsse und die Gefahr der Fehler steige. Zwar sehe es in den Städten immer noch besser aus als auf dem Land, doch auch in Mülheim drohe ein gefährlicher Engpass.

Einen Ausweg sieht die Kammer in besserer Weiterbildung. „Wir müssen den Beruf des Hausarztes attraktiver machen.“ Brock fordert auch eine Reaktion auf die hohe Frauenquote unter den Medizinstudenten. „Die wünschen später flexible Arbeitszeiten.“ Am Montag, 22. März, werden Kliniken und niedergelassene Ärzte den „Hausärztlichen Weiterbildungsverbund Ruhr“ gründen, den Brock mit erarbeitet hat. Dadurch soll die Zahl der Allgemeinmediziner deutlich gesteigert werden.

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