Bergbaugeschichte

Ausstellung zeigt Mülheimer Bergbaugeschichte

Kai Rawe, Leiter des Stadtarchivs, möchte bei den Bürgern zum Ende der Bergbau-Ära Erinnerungen an die Bergbaugeschichte Mülheims wecken.

Kai Rawe, Leiter des Stadtarchivs, möchte bei den Bürgern zum Ende der Bergbau-Ära Erinnerungen an die Bergbaugeschichte Mülheims wecken.

Foto: Michael Dahlke

Bilder der Mülheimer Bergbaugeschichte sind ab dem 10. Oktober im Haus der Stadtgeschichte zu sehen. Die letzte Zeche schloss im Jahr 1966.

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Der deutsche Steinkohlenbergbau endet im Dezember 2018. Mit der Schließung der letzten Steinkohlenzechen in Bottrop und Ibbenbüren geht ein bedeutendes Kapitel zu Ende. Auch die Mülheimer Stadtgeschichte ist ohne den Kohlenbergbau nicht denkbar.

Daher ruft das Stadtarchiv in der Ausstellung „Vor der Hacke war et duster!“ gemeinsam mit dem Arbeitskreis Mülheim an der Ruhr im Förderverein bergbauhistorischer Stätten Ruhrrevier e.V. die Bergbaugeschichte Mülheims mit einer Ausstellung in Erinnerung. In ihr sind im Haus der Stadtgeschichte ab heute bis zum 20. Dezember Bilder und Arbeitsgeräte zu sehen.

Kohlenschifffahrt auf der Ruhr

Laut einer Sage soll ein Bauer sogar bereits 1225 die erste Kohle beim Pflügen in Eppinghofen gefunden haben. In Heißen, Dümpten, Eppinghofen und Mellinghofen waren im 16. Jahrhundert 46 kleine Bergwerke im Betrieb.

Nachweislich wurde Kohle auf dem heutigen Stadtgebiet seit dem 16. Jahrhundert abgebaut. Per Schiff konnte in Mülheim bereits in vorindustrieller Zeit Kohle aus den umliegenden Bergwerken von hier aus auf die Absatzmärkte bis in die Niederlande und an den Oberrhein transportiert werden. Zunächst transportierten Arbeiter mit Schubkarren und Pferdewagen die Kohlen zu den Umschlagplätzen an der Ruhr.

Ruhr zählte zu meist befahrenen Flüssen Europas

Geschäftstüchtige Kohlenhändlerfamilien, darunter Stinnes, Krabb und Mellinghoff, machten Mülheim zum Handelszentrum.

Die Ruhr zählte seinerzeit zu den meist befahrenen Flüssen Europas. Die Schiffe transportierten die Kohle mit dem Strom. Gegen den Strom mussten Pferde die Schiffe ziehen, indem sie auf dem Leinpfad flussaufwärts liefen. Später, 1838/39, legten Mülheimer Kohlenhändler eine privat finanzierte Kunststraße an – die heutige Aktienstraße. „Daher prägt der Kohleabbau und der Handel die Stadtgeschichte entscheidend mit“, sagt Kai Rawe, Leiter des Stadtarchivs.

3200 Bergleute in Mülheimer „Bergwerksverein“

Erwähnenswert sei auch, dass 1861 in Mülheim die erste Brikettfabrik im Ruhrgebiet auf der Zeche Wiesche anlief.

Aus den Zechen Hagendeck, Rosenblumendelle, Wiesche und Humboldt gründeten August Thyssen und Hugo Stinnes 1898 die Aktiengesellschaft „Mülheimer Bergwerksverein“ mit 3200 Bergleuten. So sollten die einzeln wenig produktiven Bergwerke zu einer Einheit zusammengefasst werden. In den 1950er Jahren musste deutlich rationalisiert werden, da sich die ersten deutlichen Zeichen der Kohlekrise abzeichneten.

Das Ende des Bergbaus in Mülheim

Die Zeche Wiesche wurde 1952 stillgelegt. Die Kohle aus dem Bereich von Wiesche wurde fortan auf der benachbarten Zeche Rosenblumendelle gefördert. 1966 wurde als Folge der Kohlekrise mit Rosenblumendelle die letzte Zeche in der Stadt stillgelegt. „Mülheim war damit als erste Stadt im Ruhrgebiet ‘bergfrei’ und ohne Zeche’“, sagt Kai Rawe. Zwei Jahre später schloss auch die Brikettfabrik aus technischen und wirtschaftlichen Gründen.

>>> Ausstellungseröffnung

Die kostenlose Ausstellung wird am heutigen Mittwoch, 10. Oktober, um 19 Uhr durch Bürgermeisterin Margarete Wietelmann im Haus der Stadtgeschichte, Von-Graefe-Straße 37, eröffnet. Öffnungszeiten: montags bis freitags, 9 bis 20 Uhr; in den Herbstferien: montags und donnerstags von 9 bis 16 Uhr, dienstags von 9 bis 18 Uhr

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