Camera Obscura

Ausstellung nimmt Welt der Mangas und Animes in den Fokus

Ulrich Paashaus (l.) und sein Sohn Martin hängen die Fotos für die Ausstellungseröffnung am morgigen Sonntag in der Camera Obscura auf.

Foto: Michael Dahlke

Ulrich Paashaus (l.) und sein Sohn Martin hängen die Fotos für die Ausstellungseröffnung am morgigen Sonntag in der Camera Obscura auf. Foto: Michael Dahlke

Mülheim.   Eine neue Ausstellung in der Camera Obscura eröffnet am Sonntag, 3. September. Workshops für Schulen werden angeboten.

Wer bitteschön trägt freiwillig pinkplüschige Hasenohren? Lange Ponymähnen mit Rokokominiröckchen? Wer in die Welt der Mangas und Animes eintaucht, stellt fest, dass die Fans ihren Comichelden hautnah kommen, indem sie sich zum Verwechseln echt wie sie verkleiden. Die Fotografen Martin und Ulrich Paashaus haben diesem Jugendkult des „Cosplay“ mit der Kamera nachgespürt und in der Camera Obscura Fotos voller fantasievoller Kostüme ausgestellt. Eröffnung ist am morgigen Sonntag, 12 Uhr.

„Cosplay“ leitet sich aus dem englischen Costume und Play ab – eine Art Kostümschauspiel. Die Vorlage zu den detailreichen Kostümierungen liefern japanische Manga-Comics und Anime-Zeichentrickfilme. „Uns fasziniert daran, wie fantasievoll und mit wieviel Aufwand Jugendliche in die Rolle ihrer Helden schlüpfen“, sagt Ulrich Paashaus. Er und sein Sohn Martin haben junge Menschen an der Düsseldorfer Messe „Dokomi“ fotografiert.

Ausstellung mit 90 Fotografien

Museumsleiter Jörg Schmitz haben diese Aufnahmen begeistert: „Man sieht, wie sich die Jugendlichen bewusst selbst inszenieren, zum Teil mit kunsthistorischen Anspielungen etwa auf die Motive des japanischen Holzschnitts.“ Das Medienmuseum zur Vorgeschichte des Films widmet diesen rund 90 Fotografien gleich eine Ausstellung.

Dabei allerdings soll es nicht bleiben: Schmitz möchte mit Workshops zu der Kunst der Mangas an die Mülheimer Schulen gehen. Das Angebot haben die Realschule Broich und das Otto-Pankok-Gymnasium bereits angenommen. Schulen können sich noch dafür bewerben.

Mit Comics, Filmen und Fotografie auseinandersetzen

Parallelen zwischen der japanischen Kunst und dem Expressionisten Otto Pankok sieht Schmitz gegeben. In den Kursen soll es aber darum gehen, sich mit dem Medien Comic, Film, Fotografie und dem Handwerk der Manga-Zeichnungen auseinanderzusetzen und eigene Figuren zu entwickeln.

Zur Eröffnung am Sonntag um 12 Uhr will der Medienwissenschaftler und Manga-Zeichner Stefan Jäke die kunsthistorischen Bezüge und das Handwerk dieser modernen Jugendkultur vermitteln. Auch die Fotografen und möglicherweise auch Cosplayer stehen am Sonntag für Gespräche bereit. Der Eintritt ist an diesem Tag frei.

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