Ausstellung

Ausstellung: Eine Reise zu den Ursprüngen der Malerei

Drei der fünf in der Galerie der Farbenmühle ausstellenden Künstler (v.l.): Inhaber Jens Müller („The Cruise of Ego), Hardy Bock (Neue Ehra in New York) und Teodor Tansek mit der halb plastischen Arbeit („Dino Teodoraptus“).

Drei der fünf in der Galerie der Farbenmühle ausstellenden Künstler (v.l.): Inhaber Jens Müller („The Cruise of Ego), Hardy Bock (Neue Ehra in New York) und Teodor Tansek mit der halb plastischen Arbeit („Dino Teodoraptus“).

Foto: Michael Dahlke

Mülheim.   Die Farbenmühle in der Altstadt präsentiert in der neuen Galerie die erste Ausstellung. Alle fünf Künstler arbeiten mit den Pastellpasten.

Wer einen Farbenkreis mit Naturpigmenten füllen möchte, muss weit reisen. Die leuchtenden Ockertöne stammen aus dem Luberon in Frankreich, aus Burgund kommen Töne in Goldgelb und intensivem Rot und das Madras-Tal in Indien liefert die warmen, leuchtenden Farben des Orients. Auch in der zeitlichen Dimension ist das Arbeiten mit Naturpigmenten eine Zeitreise.

Schon die Höhlenmalerei von Lascaux und Chauvet vor etwa 20 000 Jahren sind mit diesen Farben entstanden. Da ist es nicht verwunderlich, dass die vor fünf Jahren von Jens Müller in der Altstadt gegründete Farbenmühle Mcdrent für die erste Ausstellung in der neuen hauseigenen Galerie das Thema „Reise in die Ewigkeit“ wählt.

Wie einst kommen die Pastellfarben aus der Manufaktur ganz ohne Bindemittel aus und sind daher umso authentischer. 140 Farbpigmente umfasst das Sortiment, auf 23 konzentriert es sich, und es ist selbstredend, dass die fünf ausstellenden Künstler alle, jeder auf seine Art, mit den Naturfarben arbeiten.

Sehgewohnheiten hinterfragen

Hardy Bock, der mit seinem großen Wandgemälde am ehemaligen Frauengefängnis in der Stadt präsent ist, schickt in einer Serie markante Bauten und Skulpturen auf Weltreise, um unsere Sehgewohnheiten zu hinterfragen. „Das Gewohnte erhält seinen Glanz erst wieder im Fremden. In einem anderen Kontext wird das Alltägliche wieder zu etwas Besonderem“, sagt er. Da schwebt der Tetraeder plötzlich über der Wüste von Gizeh, das Dortmunder U hat in London Big Ben ersetzt und der Laternen-Pit von der Friedrichstraße erhält eine galaktische Dimension, steht auf der Erde, nimmt das Licht von der Sonne und im Hintergrund leuchtet der Mond.

Besonders eindrucksvoll ist „Neue Ehra in New York“, wo die Pankok-Figur aus Saarn die Freiheitsstatue ersetzt. Damit möchte der Künstler ans Schicksal der Sinti und Roma im Nationalsozialismus erinnern. Das Mädchen überlebte und stand dem Mülheimer Maler und Bildhauer wiederholt Modell. New York war damals der für viele unerreichbare Sehnsuchtsort. Visa waren rar, die Einreisekontrollen rigide und es gab Schiffe, die nach Europa umkehren mussten.

Naturalistische Frauenporträts

Bock ist ein ebenso versierter wie exakter Zeichner. Seine naturalistischen Frauenporträts, bei denen er sich von Rottönen fesseln ließ, geraten ihm allerdings allzu süßlich. Für ihn ist jede Begegnung mit einem Menschen eine Reise, die mit dem Blick in die Augen und dem Lesen der Gesichter beginnt.

Weitgereist ist tatsächlich die aus Nepal stammende Jyotsna Shrestha, deren Bilder Geschichten von Dämonen und Gottheiten erzählen. Ihre Arbeiten sind geprägt von den kulturgeschichtlichen Wurzeln des Landes und dem flirrenden Licht der Bergregion.

Altes Handwerk der Kalkspachteltechnik

Teo Tansek greift zum alten Handwerk der Kalkspachteltechnik, deren Potenzial er auszureizen versucht. Vor einem infernalen Hintergrund sieht man die Widersacher aus Star Wars mit den Schwertern kämpfen. Doch der dynamisch, brodelnde Hintergrund steht im Gegensatz zur glatt polierten Oberfläche. Ein Finish mit einer Seife verleiht dem Motiv „Lights of Decision“ einen ganz besonderen Glanz.

Zu dritt setzen sich Müller, Bock und Tansek schließlich mit Krieg und Frieden und der Verantwortung jedes einzelnen auseinander. Als gebürtiger Slowene kennt Tansek die Folgen des Krieges genau. Nuancenreich portraitiert er eine aus Syrien geflüchtete Frau.

<<< TERMINE UND INFOS

Zur Ausstellung „Reise in die Ewigkeit“ gibt es am heutigen Freitag um 18 Uhr eine Vorpremiere. Richtige Vernissage am Hagdorn 13 ist dann am Samstag, 29. September, um 16 Uhr. Gezeigt werden etwa 60 Werke.

Die Ausstellung, zu der ein Katalog erschienen ist, kann bis zum 27. Oktober donnerstags bis samstag von 13 bis 18 Uhr besichtigt werden. Information im Netz unter www.Galerie-mcdrent.de Auch ein Kalender mit Arbeiten der Künstler, die als Postkarten genutzt werden können, ist erschienen.

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