Aus Malen nach Zahlen wird Kunst

Warum Künstler, nicht Banker? „Weil ich sonst schon hinter Gittern wäre“ – Maler N.K. Mip hat auf die Frage seine eigenen künstlerischen Antworten gefunden: Gedanklich frei und gelegentlich erfrischend frech, setzt er etwa die porträtierten Köpfe von Twitterkönig Trump und dem koreanischen Diktator Kim Jong-un auf Stühle in ein pikantes Dreiecksverhältnis. Drei? Sicher, denn natürlich schaut der eitle Präsident am liebsten auf sich und sitzt sich daher selbst gegenüber.

Warum Künstler, nicht Banker? „Weil ich sonst schon hinter Gittern wäre“ – Maler N.K. Mip hat auf die Frage seine eigenen künstlerischen Antworten gefunden: Gedanklich frei und gelegentlich erfrischend frech, setzt er etwa die porträtierten Köpfe von Twitterkönig Trump und dem koreanischen Diktator Kim Jong-un auf Stühle in ein pikantes Dreiecksverhältnis. Drei? Sicher, denn natürlich schaut der eitle Präsident am liebsten auf sich und sitzt sich daher selbst gegenüber.

In der Galerie an der Ruhr kann man ab kommenden Sonntag, 10. Juni, dieses und viele weitere Kunst-Stücke sowie Gemälde des Essener Malers sehen. Dabei liegen die Welten zwischen Kunst und Kapital in N.K. Mips Fall nicht mal weit auseinander. Mip, oder besser Christoph Brée, hat 38 Jahre als Bankkaufmann gearbeitet, seit 2007 setzt er sich nicht nur fiskalisch, sondern auch künstlerisch mit der Welt auseinander.

Das „Malen nach Zahlen“ betreibt Brée gelegentlich augenzwinkernd, wenn er etwa eine Art Finanztabelle mit bunten Häkchen über sein Porträt legt und es „Die 152 wichtigsten Quartale aller Zeiten“ nennt – also sein gesammeltes Arbeitsleben abhakt. Kein Blick zurück im Groll, das sagt Brée ganz klar, der am Tag der Mülheimer Vernissage sein Arbeitsleben beendet. Eher eine ironische Auseinandersetzung mit sich selbst.

Und so sind auch seine großformatigen „Tücher“ zu verstehen: Laken, die der Maler thematisch wie ein Tagebuch gestaltet hat. Und die Zeichnungen, Farbverläufe und teils persönliche Notizen enthalten. Die Zeitgenossen Trump und Putin kommen dabei selbstredend nicht zu kurz. „Sie haben mich gedanklich nicht losgelassen“, sagt N.K. Mip. Genauso wenig wie Shakespeares Macbeth, dem er zusammen mit dem amerikanischen Präsidenten einen gemeinsamen Raum voller Anspielungen und Querverweise widmet.

Das auffällige Bunte prägt die künstlerische Sprache des „malenden Bankers“ genauso wie das Zufällige seiner Farbverläufe und die Vieldeutigkeit der eingebundenen Zitate und Begriffe. Immer wieder blitzt Brées Faszination für die „Art Informel“ – die informelle Kunst – hervor. „Die Arbeiten von Emil Schumacher haben mich sehr geprägt, sie verarbeiten Kriegserfahrungen über das Abstrakte, ohne das Erschreckende zu zeigen.“ Auch die explosiven Farbtropfen Jackson Pollocks inspirierten Brée. Die Vernissage in der Galerie an der Ruhr, Ruhrstraße 3, beginnt am Sonntag um 16 Uhr. Bis zum 29. Juni kann man die Ausstellung dienstags bis sonntags von 10.30 bis 12.30 Uhr besuchen.

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