Bergbau

Auf den Spuren der Mülheimer Zechen

Der Bergbauhistoriker Lars van den Berg führt am 15. Juni über die Zeche Wiesche.

Der Bergbauhistoriker Lars van den Berg führt am 15. Juni über die Zeche Wiesche.

Foto: WAZ FotoPool

Mülheim.   Im Jahr 1954 wurde auf der Mülheimer Zeche „Rosenblumendelle“ die damals modernste Steinkohlen-Brikettfabrik Europas zur Herstellung der „Eierkohlen“ in Betrieb genommen. 60 Jahre später erinnert die „Arbeitsgemeinschaft Mülheimer Bergbau“ mitFührungen an die Geschichte des Mülheimer Bergbaus.

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Im Jahr 1954 wurde auf der Mülheimer Zeche „Rosenblumendelle“ die damals modernste Steinkohlen-Brikettfabrik Europas zur Herstellung der im Haushalt verwendeten „Eierkohlen“ in Betrieb genommen. 60 Jahre später erinnert die „Arbeitsgemeinschaft Mülheimer Bergbau“ in diesem Jahr mit öffentlichen Führungen an die Geschichte des Mülheimer Bergbaus und an die Brikettierung.

Über mehrere Jahrhunderte prägte der Bergbau bis zur Stilllegung der letzten Zeche „Rosenblumendelle“ im Jahr 1966 die Stadt. Doch neben den für eine Zeche typischen Förder- und Aufbereitungsanlagen gehörten auch noch Anlagenteile für die Weiterverarbeitung der geförderten Kohle zu den Bergwerken. Zu den bekannteren dieser Anlagen gehören die Kokereien, in denen die Kohle durch einen Umwandlungsprozess zu Koks verarbeitet wird, der in der Stahlproduktion Verwendung findet. Die in Mülheim geförderte Steinkohle war für die Verkokung aufgrund Ihrer Kohlenart, der Magerkohle, jedoch nicht geeignet, so dass es hier keine so genannten Zechenkokereien gab.

Eine weitere Verarbeitungsmöglichkeit für die Kohle war die Brikettierung. Während die stückige Kohle nach dem Durchlaufen der Kohlenaufbereitung zum Versand per Lkw oder Eisenbahn gelangte, blieb die so genannte Feinkohle auf dem Werksgelände und gelangte in die Brikettfabrik. Hier wurde die Kohle mit erhitztem Pech vermischt ging anschließend durch Walzenpressen, die aus dem Pech-Kohle-Gemisch schließlich die bekannten, im Haushalt zu Heizzwecken eingesetzten „Eierkohlen“ herstellten.

Verein will Stadtgeschichte wach halten

1954 wurde auf der Zeche „Rosenblumendelle“ durch die Maschinenfabrik Köppern aus Hattingen eine neue Brikettfabrik errichtet und in Betrieb genommen. Damals war sie die modernste Brikettfabrik Europas, die sich besonders durch ein groß angelegtes Abluftsystem auszeichnete. Nach der Stilllegung der Schachtanlage „Rosenblumendelle 1/2“ 1966 blieb die Brikettfabrik noch bis 1968 in Betrieb und wurde anschließend abgebrochen.

Die erste Brikettfabrik im Ruhrgebiet wurde ebenfalls in Mülheim errichtet. 1861 nahm die Zeche Wiesche die Anlage in Betrieb, die sich jedoch bereits kurz darauf als unwirtschaftlich erwies.

Die „Arbeitsgemeinschaft Mülheimer Bergbau“ befasst sich bereits seit Jahren ehrenamtlich mit der Geschichte des Mülheimer Bergbaus, um unter dem Motto „Der Vergangenheit eine Zukunft geben“ die Erinnerung an diesen bedeutenden Teil der Mülheimer Stadtgeschichte wach zu halten. Neben der Vereinsarbeit, der Recherche und Dokumentation bietet die Arbeitsgemeinschaft auch ein Führungs- und Veranstaltungsprogramm an.

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