Geschichtstour

Auf den Spuren der alten Zechen

Bergbauhistorische Stadtführung in Mülheim.

Foto: Herbert Höltgen

Bergbauhistorische Stadtführung in Mülheim. Foto: Herbert Höltgen

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Mülheim. Zwischen Zoo-Markt und Diskothek beginnt die „Bergbauhistorische und montanindustrielle Stadtrundfahrt“ des Vereins „Initiativkreis Bergbau- und Kokereiwesen“ – auf dem ehemaligen Gelände der 1966 als letzte in Mülheim stillgelegten Zeche Rosenblumendelle.

Lohnhalle, Kraftzentrale und Kauengebäude stehen noch, unterschiedliche Firmen haben dort ihre Heimat gefunden. Lars van den Berg und sein Vater Klaus, beide in voller Bergmanns-Montur, empfangen die Gäste mit einem herzlichen „Glück auf!“. Im Kellerraum unterhalb der „Gezähewerkstatt“, im Zweiten Weltkrieg auch als Luftschutzkeller genutzt, wird Industriegeschichte spürbar. Dort stellt Lars van den Berg den kleinen, 1995 gegründeten Verein vor.

Geologische Entstehungsgeschichte

Ein Film zur geologischen Entstehungsgeschichte der Kohle frischt Schulwissen auf, Übersichtspläne zum Mülheimer Bergbau schaffen eine Grundlage für die folgenden präzisen Ausführungen des Mülheimers. Um ihn war es bereits im Grundschulalter geschehen, als er von den Lehrjahren seines Vaters Klaus auf der Zeche Altstaden erfuhr. Seitdem ist für ihn die Bewahrung dieser für das Ruhrgebiet prägenden Zeit wichtig, jedes noch so kleine historische Detail interessant, jeder Bergmanns-Erlebnisbericht, jeder Tagesbruch.

Die Teilnehmer erfahren von der Gründung des Mülheimer Bergwerksvereins 1898, von „Mundlöchern“, den Ausgängen der Stollen und oftmals auch deren Wasserablauf. „Das Problem in Mülheim war immer das Wasser. Pro Tonne Kohle wurden zwei Tonnen Wasser mitgefördert“, so der Experte. Etliche Schachtdeckel ehemaliger, mittlerweile verfüllter Schächte sind heute noch zu sehen – wenn man weiß, wo. Einer befinde sich im Bereich „Festival Garden“ des Rhein-Ruhr- Zentrums, so van den Berg. Er meint: Wo die Kohle früher aus der Erde geholt wurde, wird sie den Menschen seit 1973 aus dem Portemonnaie geholt.

Das Leben der Bergleute und ihrer Familien

Die Gruppe erfährt, wie es unter Tage zuging, wie das Leben der Bergleute und ihrer Familien aussah. Auch die Transportwege des schwarzen Goldes sind Thema. Von Schiebewegen über Holzbohlen zur Ruhr (Buggenbeck) berichtet van den Berg – für den steilen Rückweg der leeren Wagen wurden auch die Frauen mit „eingespannt“. Die Sellerbecker Patz- oder Pferdebahn-Strecke durch das Winkhauser Tal bis zur Ruhr wird abgefahren.

Viele Daten, Fakten und Anekdoten über die wichtigsten Zechen Rosenblumendelle, Wiesche (1952 kam es zum Verbund mit der Zeche Rosenblumendelle) und Sellerbeck (stillgelegt 1905) hat Lars van den Berg auf Lager, trägt Originalquellen oder Gedichte vor.

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