Mülheim. Das „Café Light“ wechselt zum neuen Jahr den Betreiber. Für viele Mülheimer Drogensüchtige ein harter Schlag. Was ihnen der Ort bedeutet.

Die große Wanduhr mit dem roten Zeiger zeigt Punkt zwölf Uhr. Es riecht nach deftigem Essen – mit lauter Stimme ruft eine Dame lang gedehnt zum „Mit-tag!“. Die Beine der Holzstühle schlittern über den Boden, als sich die ersten Männer erheben, um sich ihre Portion zu holen. „Heute gibt es Grünkohl“, sagt Michaela Rosenbaum. Die Geschäftsführerin des Awo-Kreisverbandes wirkt mitgenommen. Erst vor wenigen Tagen war öffentlich gemacht worden, dass der Wohlfahrtsverband das Drogenhilfezentrum samt „Café Light“ aufgeben muss. „Das ist eine traurige Bilanz, auch für mich persönlich“, sagt Rosenbaum, während sie sich mit dem Handrücken über die feuchten Augen fährt.