Mülheim/Essen/Duisburg/Oberhausen. Im Fall rechter Chat-Netzwerke bei der Polizei in Mülheim dauern die Ermittlungen zwei Jahre später noch an. 20 Beamte sind seitdem suspendiert.

Das Auffliegen eines rechten Chat-Netzwerks bei der Polizei in Mülheim im September 2020 hat den Ermittlungsbehörden einen kaum vorstellbaren Wust an Arbeit beschert. Es sind Zahlen, die erschlagen: In den vergangenen beiden Jahren hat die aus Neutralitätsgründen zuständige Polizei in Bochum 45 Terabyte Daten auf sichergestellten Mobiltelefonen und Rechnern ausgewertet. Bei der Sichtung des Materials auf den Handys der Beamten hätten elf weitere Präsidien des Landes NRW mitgeholfen, sagt Isabel Booz, Sprecherin der federführenden Staatsanwaltschaft Duisburg. Deren Aktenbestand zu dem Skandal umfasst aktuell weit über 30.000 Seiten. In strafrechtlicher Hinsicht sind die Folgen allerdings weit überschaubarer.