Mülheim. Wird ein Gebäude abgerissen oder ein Gelände umgebaut, ist für Skulpturen oder Mosaike oft kein Platz mehr da. Manche früher in Mülheim öffentlich zugängliche Werke sind eingelagert.

Wie den eingelagerten „Nele-Brunnen“ gibt es weitere Kunstwerke im städtischen Besitz, die aus verschiedenen Gründen derzeit nicht öffentlich gezeigt bzw. ausgestellt werden können. 270 Kunstwerke sind als Eigentum der Stadt gelistet, so Stadtsprecher Volker Wiebels, das sind die überwiegend meisten, die im öffentlichen Raum, an Straßen und in Parks stehen.

Nur wenige öffentlich zugängliche Werke gehören nicht der Stadt – darunter etwa das Werk „Faltungen“, das vor der Hauptpost in der Innenstadt, neben dem Fußgängerüberweg, steht. Die vierteilige Metallplastik von Peter Schwickerath wurde von der Deutschen Post schon 1983 auf posteigenem Gelände aufgestellt, bis das Kunstwerk beim Bau der Brücke zum Tourainer Ring weichen musste.

Das Mosaik im alten Stadtbad

„Rund 15 Kunstwerke sind in der Öffentlichkeit nicht mehr vorhanden. Entweder, weil sie eingelagert worden sind, oder weil es die Gebäude, in oder auf denen sie sich befanden, heute nicht mehr gibt“, erklärt Volker Wiebels. Mit dem Abriss untergegangen ist etwa das Mosaik im alten Stadtbad, in der Halle 1, der kleinen Halle, wie sich manche Mülheimer Bürger noch erinnern werden. Ebenso abgebaut wurde die Metallskulptur „Der Tunnel“ von Peter Könitz beim Anlegen der Müga.

Das größte der eingelagerten Objekte ist das acht mal vierzehn Meter große Fenster, gestaltet von Heinrich Siepmann, das bis zum Abriss der alten Bücherei am Rathaus den Lesesaal zierte. „Es ist aus dem Jahr 1969 und wird in einem städtischen Lager aufbewahrt“, erklärt Volker Wiebels. Auch die Reliefs von Ernst Rasche – „Vier Jahreszeiten“ und „Vier Urelemente“ – mussten für Ruhrbania weichen.

Noch kein Platz für den Wandteppich

Sie zierten die Säulen am Rathaus-Anbau, unter den Arkaden zur Ruhr hin, und wurden ebenfalls eingelagert, als der Anbau abgerissen wurde. Planungsbedingt abgebaut sollen sie, auch wie der Nele-Brunnen, an einer anderen Stelle in der Stadt Verwendung finden. So, wie es mit dem Heinrich-Siepmann-Mosaik „Spiralnebel“ schon geschehen ist, das, nachdem es 2009, also vor der Rathaussanierung, abgenommen wurde, heute wieder komplett im Rathaus-Foyer (Am Rathaus 1) zu sehen ist.

Für den Wandteppich von Gustav Dahler (Wolle, 1965) wurde bisher allerdings noch kein Platz gefunden. Er zierte einst die Wand im alten „Sitzungssaal 124“ im Rathaus und wurde ebenfalls eingelagert, als das Rathaus saniert wurde. „Auch dieses Werk soll irgendwann wieder einen Platz finden“, sagt Stadtsprecher Volker Wiebels.

Weitere Infos

Wer sich für die Kunst im öffentlichen Raum in seiner Stadt interessiert, kann sich auch im Internet informieren. Unter https://geo.muelheim-ruhr.de/kunst sind alle Werke nach Straßen aufgelistet, außerdem werden der Künstler und das verwendete Material genannt.

Über die Stadtseite www.muelheim-ruhr.de (Suchbegriff: Kunst im öffentlichen Raum) kann man sich die Kunstwerke mit ihren Standorten im Stadtgebiet darstellen und auch Fotos dazu anzeigen lassen.