Auktion

Argumente sind bei Auktion in Mülheim mehr wert als Geld

Wer hat die besten Argumente? Bei der Versteigerung im Art Shop in Mülheim ging es nicht nur um Geld. Auktionator Martin Freund fragte die Gäste.

Wer hat die besten Argumente? Bei der Versteigerung im Art Shop in Mülheim ging es nicht nur um Geld. Auktionator Martin Freund fragte die Gäste.

Foto: Herbert Höltgen

Mülheim.  Art Obscura schließt sein inklusives Projekt Art Shop mit einer Auktion ab. Künstler und Kunstfreunde bieten dabei nicht nur mit Scheinen.

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So eine Versteigerung erlebt man gewiss nicht alle Tage. Die Teilnehmer konnten ganz ohne Geld und Kredit bieten und trotzdem mit ihren Lieblingsstücken nach Hause gehen. Denn im Art Shop, an der Schlossstraße zählten nicht nur Euroscheine, sondern auch gute Argumente, um den Zuschlag zu bekommen.

„Unsere Akteure haben sehr viel Zeit, Energie und Herzblut investiert“, sagt Projektleiter Gert Rudolph vom Verein Art Obscura. Gerade die offene Werkstatt für Menschen mit und ohne Behinderung habe sehr gut funktioniert. Nun konnten die Künstler für ihre bemalten Stühle, Sofas, und Tische oder ihre Bilder bieten. Alle Möbel und Gegenstände sollten unter den Hammer, der Mietvertrag läuft aus. „Manch herzzerreißende Rede ist heute vielleicht mehr wert als 50 Euro“, so Rudolph. Auktionator Martin Freund, der um eine lockere Stimmung bemüht war, entschied.

50 Bietende treten auch mal freiwillig zurück

Die meisten Projektteilnehmer hatten sich für ihre Werke vormerken lassen, solche Sonderauktionen wurden einzig mit guten Argumenten entschieden. Christina Koczor staunte, dass gut 50 Interessierte gekommen waren. „Meine drei Teller mit Fuchs und Pinguin nehme ich auf jeden Fall mit“, sagte sie kämpferisch und lachte. „Ich will mich mit den anderen freuen, wie viel hier versteigert wird.“ Zumal bei freien Auktionen mit Geld geboten wurde. Der Erlös fließt an Art Obscura.

Schon die erste Versteigerung lief sehr gut. „Ich hatte eine lange Auszeit und die Gelegenheit, darüber nachzudenken, was mir im Leben wichtig ist“, sagte Gigi Mooren. Das Ergebnis hat sie auf einer Kommode verewigt. „Bieterverzicht!“, rief sofort die Menge. Lauter Applaus.

Liebesbeziehung geht als Begründung durch

Um eine Liebesbeziehung ging es gar bei Bieterin Svenja, die den Teddybären ersteigern wollte, mit dem sie beim Theater-Workshop gekuschelt hatte. Diese Romanze wollte natürlich niemand beenden. Doch auch als um Geld geboten wurde dann noch und bei Bieterkriegen blieben alle höflich. So wurde es eine erfolgreiche Auktion zum Abschluss des Projekts, das mit einer Party und der Band „Die Couchies“ verabschiedet wurde.

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