Arbeit der Schuldnerberatung wächst immer weiter

Der Awo Kreisverband Mülheim feierte vor einem Jahr das 30-jährige Bestehen der Schulden- und Insolvenzberatungsstelle. Zugleich wurden die neuen Räume in der Friedrich-Ebert-Straße 4 eingeweiht. Im Jahr 1986 nahm die Schulden- und Insolvenzberatung ihre Arbeit auf. Anfangs in kleinen Räumen in der Auerstraße, danach über viele Jahre in der Beratungsstelle in der Bahnstraße 18. Fast 20 Prozent der Mülheimer Haushalte wurden seit 1986 von Mitarbeitern dazu beraten, wie sie ihre Schuldenprobleme lösen können. Die zweimal wöchentlich offenen Sprechstunden suchten durchschnittlich 50 Personen pro Woche auf. Außerdem finden weitere Gespräche nach Terminvereinbarung statt. Es gibt keine Wartelisten, so dass jedem sofort geholfen werden kann. Carsten Welp, Leiter der Schuldenberatungsstelle, erklärte: „Seit Jahren ist der Zulauf hoch. In den ersten acht Monaten dieses Jahres hatten wir bereits über 1000 Beratungsfälle.“ Die Beratung erfolgt kostenlos. „Die neuen Räume an der Friedrich-Ebert-Straße helfen uns, unser Beratungsniveau weiter gewährleisten zu können“, sagte Awo-Geschäftsführer Lothar Fink, als die Sparkasse Mülheim zum 30-jährigen Bestehen ihren jährlichen Scheckbetrag auf 30 000 Euro aufstockte.

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Der Awo Kreisverband Mülheim feierte vor einem Jahr das 30-jährige Bestehen der Schulden- und Insolvenzberatungsstelle. Zugleich wurden die neuen Räume in der Friedrich-Ebert-Straße 4 eingeweiht. Im Jahr 1986 nahm die Schulden- und Insolvenzberatung ihre Arbeit auf. Anfangs in kleinen Räumen in der Auerstraße, danach über viele Jahre in der Beratungsstelle in der Bahnstraße 18. Fast 20 Prozent der Mülheimer Haushalte wurden seit 1986 von Mitarbeitern dazu beraten, wie sie ihre Schuldenprobleme lösen können. Die zweimal wöchentlich offenen Sprechstunden suchten durchschnittlich 50 Personen pro Woche auf. Außerdem finden weitere Gespräche nach Terminvereinbarung statt. Es gibt keine Wartelisten, so dass jedem sofort geholfen werden kann. Carsten Welp, Leiter der Schuldenberatungsstelle, erklärte: „Seit Jahren ist der Zulauf hoch. In den ersten acht Monaten dieses Jahres hatten wir bereits über 1000 Beratungsfälle.“ Die Beratung erfolgt kostenlos. „Die neuen Räume an der Friedrich-Ebert-Straße helfen uns, unser Beratungsniveau weiter gewährleisten zu können“, sagte Awo-Geschäftsführer Lothar Fink, als die Sparkasse Mülheim zum 30-jährigen Bestehen ihren jährlichen Scheckbetrag auf 30 000 Euro aufstockte.

Die Arbeit der Schuldnerberatungsstellen ist nicht mehr wegzudenken, denn Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung sind in den letzten Jahren zum traurigen Dauerthema geworden. Carsten Welp fordert einen Rechtsanspruch auf ausreichende, niedrigschwellige und offene Beratungsangebote. „Wenn Menschen in finanzielle Not geraten, brauchen sie unabhängig von der Einkommenssituation Unterstützung. Denn Überschuldung destabilisiert die Betroffenen auf vielfältige Weise, nicht nur durch oft ungeklärte rechtliche, wirtschaftliche und soziale Fragen, sondern auch in psychischer und gesundheitlicher Hinsicht“, sagte Welp im Sommer zur Aktionswoche Schuldnerberatung. Nicht selten entstehe ein Teufelskreis, den die Betroffenen ohne Begleitung nicht mehr durchbrechen könnten. Verschuldung ist kein Einzelfall. Hauptursachen für die Überschuldung waren Arbeitslosigkeit, längerfristiges Niedrigeinkommen, gesundheitliche Probleme, Trennung oder Tod des Partners. Aus seiner Erfahrung hält es der Berater auch für notwendig, eine bedarfsdeckende Existenzsicherung zu gewährleisten. Viele Ratsuchende seien in prekären Beschäftigungsverhältnissen, sogenannte „Aufstocker“. Die Grundversorgung mit Energie gehört für ihn zur Existenzsicherung. „Die gestiegenen Kosten für Energie führen dazu, dass immer mehr Menschen mit niedrigem Einkommen ihre Strom- und Heizkostenrechnung nicht mehr bezahlen können und sich verschulden.“

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