Stadtplanung

Anwohner in Holthausen gestalten Umbau ihrer Straße mit

In der Neudecker Straße werden umfangreiche Baumaßnahmen und Umgestaltungen vorgenommen.

Foto: Herbert Höltgen

In der Neudecker Straße werden umfangreiche Baumaßnahmen und Umgestaltungen vorgenommen. Foto: Herbert Höltgen

Mülheim.   Die Neudecker Straße wird ab Frühling ‘18 komplett gepflastert und neu gestaltet. Geordnete Parkflächen sollen mehr Verkehrssicherheit bringen.

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Nach einer Bürgerinformation im Mai und zahlreichen weiteren Gesprächen mit Anwohnern steht der Gestaltungsplan für den Umbau der Neudecker Straße. Die Bezirksvertretung 1 fasste jetzt den Baubeschluss. Nach dem Ende der Frostperiode im Frühling 2018 rücken Arbeiter und Bagger an. Das Projekt kostet knapp 480 000 Euro.

Den Zustand der Verbindung zwischen Oberer Saarlandstraße/Friedenstraße und Werdener Weg bezeichnen die Straßenbaufachleute der Stadt als mangelhaft. Der Aufbau „ist deutlich unterdimensioniert“, weshalb auch die Deckschicht ramponiert sei. „Mit der Neugestaltung wird es dunkelgrau gepflasterte Parkflächen geben, die wir mit den Grundstückseigentümern abgesprochen haben“, erläuterte Helmut Voß vom Amt für Verkehrswesen und Tiefbau den Ortspolitikern. Damit falle das bisher ungeordnete halbseitige Parken auf den Gehwegen weg. „Mobilitätseingeschränkte Personen und Fußgänger müssen nicht mehr auf die Fahrbahn ausweichen. Die Verkehrssicherheit in der Tempo-30-Zone wird erhöht.“

Anlieger entschieden sich für Mischverkehrsfläche

Nach dem Informationstreffen entschieden sich die Anlieger für die Ausbauvariante mit einer so genannten Mischverkehrsfläche (verkehrsberuhigter Bereich) und geordneten Stellplätzen in kompletter Pflasterung. Eine andere Variante hätte nur den Ist-Zustand erneuert. Im Rondell wird es weiterhin Parkflächen am Rand geben. „Die Anlieger parken dort selbst häufiger auch vor ihren Einfahrten. Das scheint sich dort zu regeln“, waren sich Straßenplaner und Bezirksvertreter einig. „Daher haben wir die Parkplätze aus der Rondellmitte wieder an den Rand gelegt“, sagte Voß. Anwohner hatten ebenfalls geklagt, dass viele aus den Nachbarstraßen (vor allem aus der Friedenstraße) auf der Neudecker Straße ihr Auto abstellten.

Um den Parkdruck zu vermindern, sollten im Verbindungsbogen von Frieden- und Neudecker Straße zwei Wendehämmer entstehen, um die Durchfahrt zu unterbinden. Zwei umlegbare Sperrpoller sollten Müllwagen das Durchkommen weiterhin ermöglichen. Oder eine Einbahnstraßenregelung sollte das Fremdparken in der Neudecker Straße unattraktiver machen.

Verkehrsweg ist keine Anliegerstraße

Nach Prüfung dieser Vorschläge kamen die Verkehrsplaner zu dem Ergebnis: „Es ist nicht sinnvoll, die beiden Straßen voneinander zu trennen. Das würde der Funktion der Neudecker Straße als Haupterschließungsstraße widersprechen.“ Gleichzeitig diene sie Fahrzeugen, die zur Friedenstraße wollten. Daher stuften die Verkehrsplaner diesen Verkehrsweg auch nicht als Anliegerstraße ein.

Bei Sackgassen gebe es auch mehr Umwegfahrten im Wohngebiet. Einbahnstraßen verleiteten zu schnellerem Fahren. Das vorgeschlagene Bewohnerparken sei an der Neudecker Straße rechtlich nicht zulässig, teilten die Verkehrsplaner den Anliegern mit.

Mit den geordneten Parkplätzen nach dem Umbau könne auch die Straßenreinigung verbessert werden. Für mehr Kontrollen, ob korrekt oder falsch geparkt wird, fehlen der Stadt zur Zeit, Geld und Personal.

„Es war mühsam, den Umbau der Neudecker Straße vorzubereiten. Aber die Anlieger haben viele ihrer Wünsche einbringen können“, meinte Hansgeorg Schiemer (CDU). „Es lohnt sich daher immer, die Bürger an Projekten vor ihrer Haustür zu beteiligen“, bedankte er sich bei den Planern aus dem Technischen Rathaus.

<<< ANLIEGER ZAHLEN ANTEILIG

Die Straße wird voll ausgebaut, Stärke 50 Zentimeter. Pflasterdecke acht Zentimeter (cm), Bettung vier cm, Schottertragschicht 15 cm, Frostschutzschicht 23 cm. Bestehende Einläufe und Senkenanschlussleitungen werden mit erneuert.


Laut Kommunalabgabengesetz (KAG NRW) müssen Grundstücksanlieger den Straßenausbau mitfinanzieren. Auf alle werden rund 335 000 Euro umgelegt.

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