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Anwohner der Tinkrathstraße ärgern sich über zuviel Verkehr

Die Anwohner der Tinkrathstraße Hajo Plückers, Birgit Hollenberg, Roland Vieler, Bärbel und Horst Ridder, Marleen Petersen sowie Hans-Joachim Weyer ärgern sich darüber, dass vor ihrer Haustür häufig zu schnell gefahren wird.

Die Anwohner der Tinkrathstraße Hajo Plückers, Birgit Hollenberg, Roland Vieler, Bärbel und Horst Ridder, Marleen Petersen sowie Hans-Joachim Weyer ärgern sich darüber, dass vor ihrer Haustür häufig zu schnell gefahren wird.

Foto: Michael Dahlke

Mülheim.   Anwohner der Tinkrathstraße klagen über erhöhten Verkehr in ihrer Anliegerstraße, in der zudem Tempo 30 gilt. Stadt sieht kaum Handlungsbedarf.

Die Anwohner der Tinkrath­straße sind sauer. Sie meinen, ihre Straße, eine Anliegerstraße, in der Tempo 30 gilt, werde zu stark und zu schnell befahren. Die Fahrbahn schlängelt sich zwischen Velauer Straße und Rumbachtal an Feldern und zwischen Einfamilienhäusern hindurch. Die, die dort wohnen, sagen, die Straße würde häufig als Schleichweg genutzt – vor allem zu Zeiten des Berufsverkehrs und verstärkt wegen der umliegenden Baustellen wie an der Oppspring-Kreuzung.

Mehr noch: Es wird gerast und rücksichtslos gefahren, sagen die Heißener von der Tinkrathstraße – innerhalb weniger Monate sind zwei Katzen überfahren worden. „Dabei war unsere Katze besonnen und vorsichtig, ich hätte nie damit gerechnet, dass sie unters Auto kommt“, sagt Anwohnerin Birgit Hollenberg traurig. Für sie ist klar, dass vor ihrer Haustür deutlich zu schnell gefahren wird. „Und wenn ich am Straßenrand stehe und mit der Hand eine Geste mache, die bedeuten soll, dass die Leute langsamer fahren sollen, kriege ich noch einen Vogel gezeigt“, ärgert sich Hollenberg.

Dabei gingen hier auch viele Kinder entlang auf ihrem Schulweg oder zum Jugendzentrum.

Nur geringe Breite

„So viele, die einen Firmenwagen mit Essener Kennzeichen haben, können hier gar nicht wohnen“, sagt Hajo Plückers augenzwinkernd. Doch zum Lachen ist dem Anwohner eigentlich nicht zumute. Dass die Straße nicht für solchen Durchgangsverkehr gemacht ist, hat Plückers dokumentiert: „An vielen Stellen erfüllt die Tinkrath­straße mit einer Breite von vier Metern nicht einmal die gesetzliche Mindestbreite. Die liegt bei 5,50 Meter.“ Die Straßenbreite sei so gering, dass man bei Gegenverkehr kaum ausweichen könne. „Viele fahren dann über den Bürgersteig.“ Der lade dazu förmlich ein, denn er ist abgesenkt, beinahe auf einer Ebene mit der Fahrbahn.

Vorschlag: Zusätzliche Beschriftungen der 30-Zone

Sie haben Unterschriften gesammelt, damit sich etwas ändert, knapp 40 seien auf der unteren
Tinkrathstraße zusammengekommen. Ein Verbesserungsvorschlag aus der Anwohnerschaft lautet: Zusätzliche Beschriftungen der 30-Zone. „Dass Tempo 30 von ganz oben bis unten ins Rumbachtal gilt, wissen viele nicht“, schätzt ein Anwohner. Oder aber Hindernisse, etwa Pflanzkästen, aufstellen, die zum einen schnelles Fahren verhindern und zum anderen das Ausscheren auf den Bürgersteig. Mit diesen Ideen haben sich die Heißener ans Ordnungsamt gewandt.

Peter Roedel, Leiter der Straßenverkehrsbehörde, berichtet von Geschwindigkeitsmessungen auf der Tinkrathstraße, die kürzlich stattgefunden haben. „Innerhalb von zwei Stunden haben wir vier Anzeigen geschrieben, die sind knapp über 40 km/h gefahren“, sagt Roedel und fügt hinzu: „Über einen ganzen Tag sind insgesamt 900 Fahrzeuge registriert worden.“ Diese Zahlen seien nicht signifikant. Zum Vergleich: Auf der Mühlenberg-Kreuzung – zwischen Stadthalle und Schloß Broich – seien täglich rund 60.000 Fahrzeugen unterwegs.

Stadt: Strecke ist zu lang für Poller

Zu kontrollieren, ob tatsächlich nur Anlieger die Straße beführen, sei schlicht unmöglich, erklärt Roedel: „Die Polizei müsste demjenigen nachweisen, dass er kein Anliegen hat, um durch die Straße zu fahren.“ Zur Problematik mit dem abgesenkten Bürgersteig sagt der Leiter der Straßenverkehrsbehörde: „Wir können da keine Poller aufstellen, weil die Strecke einfach zu lang ist.“ Einen Rat hat er allerdings für die Anwohner: Sich an die Politik zu wenden, im konkreten Fall an die Bezirksvertretung 1, mit der Bitte, die Geschwindigkeit mit dem den Bezirksvertretungen zur Verfügung stehenden Gerät über einen längeren Zeitraum messen zu lassen. Das haben Birgit Hollenberg und ihre Mitstreiter inzwischen getan – sie haben Bezirksbürgermeister Arnold Fessen ihre Sorgen mitgeteilt und hoffen auf Verbesserung.

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