Immobilienmarkt

Analyse zeigt: Mülheimer Immobilien wurden erneut teurer

Im Hinterland von Honigsberger Straße, Fünter Weg und Gracht hat der Mülheimer Wohnungsbau im Jahr 2018 Eigenheime für junge Familien geschaffen.

Im Hinterland von Honigsberger Straße, Fünter Weg und Gracht hat der Mülheimer Wohnungsbau im Jahr 2018 Eigenheime für junge Familien geschaffen.

Foto: Hans Blossey

Mülheim.   Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte hat Kaufverträge aus 2018 analysiert, Bodenrichtewerte angepasst. In der City hat sich wenig getan.

Die Preise für Immobilien in der Stadt sind erneut gestiegen. Zu diesem Schluss ist der Gutachterausschuss für Grundstückswerte gekommen – nach Auswertung aller Immobilien- und Grundstückskaufverträge des vergangenen Jahres. 2018 wurden 1688 Verträge über bebaute oder unbebaute Grundstücke sowie Wohnungs- oder Teileigentum geschlossen. 2017 waren es noch 1525 gewesen.

72 unbebaute Grundstücke wurden verkauft, 17 weniger als 2017. Der Bedarf an Grundstücken sei aber anhaltend hoch, teilte die Stadt mit, so dass für Ein- oder Zweifamilienhäuser sowie Renditeobjekte wie Mehrfamilienhäuser vermehrt bebaute Flächen gekauft würden. Die alten Immobilien würden abgerissen und durch neue ersetzt. „Eine durchaus begrüßenswerte Entwicklung“, sagt Matthias Lincke, Vorsitzender des Gutachterausschusses. „In vorhandenen Infrastrukturen werden die Grundstücke optimaler bebaut, so dass Freiflächen nicht in Anspruch genommen werden müssen.“

Grundstückswerte in manchen Bereichen angehoben

In guten und einfachen Wohnlagen für Ein- und Zweifamilienhausgrundstücke stagnierten die Preise, in mittleren Wohnlagen gingen sie hoch. Der Ausschuss hat die Bodenrichtwerte daher nur in den mittleren Wohnlagen angehoben, und zwar um 10 Euro pro qm. Die Richtwerte im Bereich des Geschosswohnungsbaus wurden in guten und mittleren Wohnlagen um 20 Euro pro qm angehoben, in einfachen Wohnlagen um 10 Euro. In den Geschäftslagen der Innenstadt blieben sie weitgehend unverändert. Lediglich der Bodenrichtwert des neuen Stadtquartiers wurde um zehn Prozent angehoben – auf nun 990 Euro pro qm.

705 bebaute Grundstücke wurden verkauft (Vorjahr 721). Der Umsatz ist dennoch um 20 Prozent auf 154,62 Millionen Euro geklettert. Denn die Kaufpreise gingen hoch: „Für gebrauchte, freistehende Einfamilienhäuser wurden bis zu 30 Prozent mehr bezahlt als 2012“, so Angela Lülf, Ausschuss-Geschäftsführerin. 85 schüsselfertige Einfamilienhäusern wurden 2018 verkauft, 2017 waren es 55. Für Doppelhaushälften und Reihenendhäuser waren 326.000 bis 580.000 Euro zu berappen.

Luxus-Wohnungen kosten 4000 Euro pro qm

Die Zahl der verkauften Wohnungs- und Teileigentumseinheiten ist gestiegen – von 630 auf 818. Für neu errichtete Eigentumswohnungen zogen die Preise an. Unabhängig von der Lage waren zwischen 2350 Euro je qm Wohnfläche in mittleren Wohnlagen und 3350 Euro in guten Wohnlagen zu zahlen. „Luxuriös und hochwertig ausgestattete Wohnungen in bevorzugten Lagen erzielten deutlich höhere Preise – in Einzelfällen über 4000 Euro pro qm“, so Lülf.

Die Bodenrichtwerte ab 2019 sind auf boris.nrw.de kostenfrei einzusehen. Dort und auf gars.nrw.de gibt’s auch weitere Informationen.

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