Radschnellweg

Alte Eisenbahnbrücke bleibt an Ostern gesperrt für Radfahrer

Noch endet die Radtour vor dem Baustellenzaun. Die alte Eisenbahnbrücke ist für Radfahrer und Fußgänger auch über Ostern noch gesperrt.

Noch endet die Radtour vor dem Baustellenzaun. Die alte Eisenbahnbrücke ist für Radfahrer und Fußgänger auch über Ostern noch gesperrt.

Foto: Michael Dahlke

Mülheim.   Mülheims Bauamtsleiter hatte sich hoffnungsfroh gezeigt, das neue Teilstück des Radschnellwegs an Ostern freigeben zu können. Daraus wird nichts.

Der Weg über die Ruhr lässt Radler länger auf sich warten als erhofft: Erst mit der offiziellen Eröffnung am 15. Mai, 16 Uhr, gibt die Stadt auch die Strecke über die Eisenbahnbrücke bis zur Hochschule frei. Ursprünglich sollte das Radeln auf dem gut einen Kilometer zwischen Stadtmitte und Speldorf schon zu Ostern möglich sein. Doch daraus wird nun nichts: Noch immer sind wichtige Arbeiten an der Brücke und an dem weiteren Weg zu erledigen.

Darum hat das zuständige Bauunternehmen weiterhin die ehemalige Eisenbahnbrücke umzäunt. Weder von der linken noch rechten Seite der Ruhr kommt man weiter. Allerdings wird der fertig asphaltierte Weg, der von der Bergstraße an der Camera Obscura, Alten Dreherei, Feuerwehr und Hochschule verläuft, bereits genutzt.

Verstohlene Küsse an der Camera Obscura

Radler und Jogger haben die Strecke durch die schöne Broicher Hinterstube längst für sich entdeckt als ungestörte Abkürzung zur Müga oder in die Innenstadt. Denn am Parkplatz an der Stadthalle führt die Rampe für Baufahrzeuge runter, auf der Bergstraße ist die Rampe für Fahrräder und Fußgänger ebenfalls fertiggestellt. Den romantischen Schatten der Camera Obscura und der Bäume sucht ein junges Paar für verstohlene Küsse.

Was fehlt denn noch? Wohl mehr als nur der Feinschliff. Kabel liegen noch offen entlang der Brücke, die über die Bergstraße führt. Die Randbebauung ist nicht ausgearbeitet, an der Brücke wird noch gewerkelt. Nähere Auskunft kann die Verwaltung nicht geben – urlaubsbedingt, heißt es. „Ende des Monats“ sei man mit dem Weg und der Brücke soweit, sagen Arbeiter auf der Baustelle, doch auch nach der offiziellen Eröffnung am 15. Mai rechnen sie damit, dass noch kleine Nacharbeiten zu leisten sind.

Radweg erschließt Mülheim von seiner schönen Seite

Das Warten wird sich lohnen: Denn vom ehemaligen Bahndamm aus erschließt sich die Ruhrstadt noch einmal von ihrer ungewohnten und schönen Seite. Von der Eisenbahnbrücke kann man über die Ruhr auf die Promenade und die markante Stadtsilhouette aus Rathaus, Ruhrbania und Iduna-Hochhäusern schauen. Oder in die andere Richtung auf die Ruhr und den Grüngürtel an der Stadthalle.

Über den Damm und die Brücke an der Bergstraße geht es vorbei an der Camera Obscura mit der Möglichkeit, in die Müga und weiter ungestört vom Autoverkehr in Richtung Fossilienweg und Saarn abzubiegen. Im Pedalumdrehen ist man an der Alten Dreherei, die dann nicht mehr so versteckt hinter der Feuerwache liegt, sondern mit ihrer historischen Fassade zum Anhalten und Staunen einlädt.

Unvermittelt endet Radweg in einer Schotterpiste

Ehe man sich versieht, hat man die Feuerwache links liegen gelassen und kann auf den Campus der Hochschule Ruhr-West abbiegen. Ebenso unvermittelt aber strandet auch die asphaltierte Strecke auf einer groben Schotterpiste. Nichts für dünne Rennradreifen. Weiterfahren lohnt sich nicht, denn die Piste endet nach gut 50 Metern im Niemandsland. Wer weiter will, dem bleibt nur, sich über den Campus zur Duisburger Straße zu schlängeln – oder zurückzufahren. Eine unbefriedigende Lösung angesichts der langen Wartezeit auf die Eröffnung, die mal für 2018 angedacht war.

Und nun? Der Bau der nächsten Etappe über das Gelände an der Liebig- beziehungsweise Wissollstraße bis zu Heerstraße scheint weiterhin unklar zu sein. „Nicht terminiert“, hat der Fahrradbeauftragte Helmut Voss im Februar noch bestätigt, obwohl im Planungsausschuss vor zwei Jahren bereits der Einleitungsbeschluss gefasst worden ist, „im Planbereich ein Teilabschnitt des Radweges Rheinische Bahn“ zu realisieren. Weitere Untersuchungen ergaben damals schon, dass sich „innerhalb des Plangebietes ein mögliches Bodendenkmal (Bremsberg) aus den frühen Zeiten des Güterverkehrs“ befindet. Zudem sei der Boden „innerhalb des Plangebietes größtenteils mit Altlasten verunreinigt“. Wann man hier nach Duisburg weiterradeln kann, ist nicht gewiss.

>> OFFIZIELLE ERÖFFNUNG AM 15. MAI

Zur offiziellen Eröffnung des Radweg-Teilstücks hat Oberbürgermeister Ulrich Scholten für Mittwoch, 15. Mai, um 16 Uhr eingeladen. Treffpunkt ist der Dieter-aus-dem-Siepen-Platz vor dem Hauptbahnhof.

Um 16.30 Uhr ist eine Radtour über die neue Trasse geplant. Verkehrsminister Hendrik Wüst ist als Gast angekündigt.

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