Golfsport

Alt und elitär: Mülheimer Golfclub räumt mit Vorurteilen auf

Heike Engmann (60) spielt seit drei Jahren im Golfclub Raffelberg. Sie denkt, dass Golf zum Breitensport werden könnte.

Heike Engmann (60) spielt seit drei Jahren im Golfclub Raffelberg. Sie denkt, dass Golf zum Breitensport werden könnte.

Foto: Diego Tenore / FUNKE Foto Services

Mülheim.  Es gibt viele Vorurteile über das Golfen, die aber veraltet sind – sagt der Chef des Clubs Raffelberg. Ein neues Projekt soll Spieler locken.

Elitär, teuer und alt. Drei Vorurteile, die zum Golf gehören wie Schläger und Ball. Aber mittlerweile überhaupt nicht mehr stimmen, sagt Ralf Hermann Schmitz, Vorsitzender und Gründer des Golfclubs Raffelberg in Mülheim-Speldorf. Die Sportart habe sich in den vergangenen 40 Jahren gewandelt.

„Bei uns im Verein spielen Feuerwehrleute, Polizisten oder Lehrer Golf, das hat nichts mit elitär zu tun“, erzählt der 62-Jährige, der die Schlagsportart selbst seit seinem 20. Lebensjahr ausübt. Was in dem jungen Alter früher noch unüblich war, sei heute normal. Schmitz: „Unsere neuen Mitglieder sind heute meist um die 30 und nicht mehr wie sonst zwischen 50 und 70. Es sind Leute, die mit ihrer Berufsausbildung fertig sind und sich für einen festen Wohnort entschieden haben.“

„Ein Sport für junge Erwachsene, der herausfordert“

Moritz Stöckler zieht diesen Schnitt sogar noch herunter. Er ist 24 Jahre alt und erst seit Anfang des Monats dabei. Durch einen Gutschein kam er zum Golfclub an der Akazienallee – und ist geblieben. „Es ist ein super Sport für junge Erwachsene, der sehr herausfordernd ist“, erzählt er während einer Trainingseinheit.

Die Gruppe, die sich an diesem Morgen auf dem Golfclub getroffen hat, ist vom Alter recht gemischt. Auch Heike Engmann (60) trainiert das Putten, das Einlochen des Balls. „Golf ist ein sehr technischer Sport“, sagt die Frau, die seit drei Jahren trainiert. Vorher hat sie lange Jahre Tennis gespielt. Engmann meint: „Ich kann mir vorstellen, dass sich Golf als Breitensport durchsetzt.“

Sport sei günstiger als damals

Auch, weil der Sport längst nicht mehr so teuer sei wie damals, meint Ralf Hermann Schmitz. 49 Euro zahlen Mitglieder pro Monat, die mindestens zwölf Monate im Verein bleiben. Die Ausrüstung koste einmalig rund 250 Euro.

Der Sport habe sich gewandelt und verändere sich auch weiter. Im Golfclub Raffelberg steht in den kommenden Monaten ein neues Projekt an. Über der Abschlagshütte der „Driving Range“, auf der die Trainierenden ihr langes Spiel optimieren können, sollen Räumlichkeiten mit Überdachung entstehen.

500 Mitglieder im Golfclub Raffelberg

Unter der können die Golfspieler, aber auch Besucher sitzen und das Spiel beobachten. „Ein Trend aus Amerika“, berichtet Schmitz. Dadurch sollen mehr Leute in den rund 500 Mitglieder großen Club kommen. Denn, so der Geschäftsführer: „Rund 40 Prozent der Leute, die in Amerika zum Zugucken kommen, bleiben auch und fangen mit dem Sport an.“ In den kommenden sechs Wochen will Schmitz den Bauantrag bei der Stadt einreichen.

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