Stadtentwicklung

Agfö warnt vor jeglicher Bebauung des Mülheimer Flughafens

Der Flugbetrieb soll spätestens 2034 enden. An Plänen für die Zeit danach wird in beiden Städten gearbeitet.

Der Flugbetrieb soll spätestens 2034 enden. An Plänen für die Zeit danach wird in beiden Städten gearbeitet.

Foto: Hans Blossey

Mülheim.   Die Arbeitsgemeinschaft Flughafen und Ökologie (Agfö) hält selbst eine geringfügige Bebauung des Flughafens Essen/Mülheim für sehr schädlich.

Die Arbeitsgemeinschaft Flughafen und Ökologie Essen/Mülheim (Agfö) warnt eindringlich davor, das Flughafengelände nach 2034 zu bebauen. Selbst ein geringfügiger Eingriff hätte gravierende Auswirkungen auf das Stadtklima in Mülheim und Essen, so Heinz Schlosser, Vorsitzender Gemeinschaft.

Eine Bebauung würde den Flugplatz seine Funktion als Frisch- und Kaltluftpuffer weitgehend einbüßen lassen. Es käme dann zu einer noch stärkeren Auffüllung des Ruhrtals mit Abgasprodukten als bisher schon“, warnt die Arbeitsgruppe und bezieht sich auf Klimagutachten und Analysen des Kommunalverband Ruhrgebiet und der Stadt Mülheim. Die rund 140 Hektar große Fläche gilt als „das letzte große klimawirksame Kaltluft-Entstehungsgebiet der beiden Städte“. Die oben auf den Ruhrhöhen entstehende Kaltluft fließt hinab in die tiefer liegende Stadt Mülheim. Es sei die letzte verbliebene Frischluftversorgung in der hoch verdichteten und durch Fahrzeuge belasteten Stadt. Aus Sicht der Agfö wäre es riskant, diese Zufuhr zu unterbinden.

Glücksfall für Tiere und Pflanzen

Schlosser bezeichnet das Flughafen-Areal aber auch als einen „Glücksfall“ für die Tier- und Pflanzenwelt. Dort habe sich im Laufe der Jahre eine Fülle von Tieren und Pflanzen niedergelassen, die teilweise durch die Rote Liste geschützt seien. Für einige Arten bilde das Gelände das größte Reservat im Ruhrgebiet.

Und noch einen Grund gegen jegliche Bebauung führt die Arbeitsgemeinschaft an: Die Freifläche habe eine wichtige Funktion zur Regenwasserversickerung. „Die Wasseraufnahme bildet einen Puffer zur Minderung des Hochwassers in der Ruhr“, so Schlosser. Die Arbeitsgemeinschaft fordert unterm Strich: Um Menschen, Tiere und Pflanzen nicht weiter durch die Vernichtung von Grünflächen in so hoch verdichteten Ballungsräumen zu gefährden, sollten die Pläne zu einer Bebauung aufgegeben werden. Der notorische Grünflächenverbrauch müsse gestoppt werden.

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