Radschnellweg

40 Bäume müssen für Radweg-Rampe in Mülheim weichen

So sieht der Bahndamm am Stadthallenparkplatz nach der Rodung im vergangenen Februar aus.

Foto: Oliver Müller

So sieht der Bahndamm am Stadthallenparkplatz nach der Rodung im vergangenen Februar aus. Foto: Oliver Müller

Mülheim.   38 Rubinien und zwei Ahornbäume wurden am Bahndamm an der Stadthalle gefällt. Hier entsteht die Zufahrt von der Müga zum Radschnellweg.

Der Bahndamm am Stadthallenparkplatz (Fährstraße) ist kahl geworden. 40 Bäume wurden hier – an der ehemaligen Güterzugtrasse der Rheinischen Bahn – kürzlich gefällt. Auf dem Kamm des Erdwalles soll nämlich der Radschnellweg RS 1 weitergebaut werden, und von der Fährstraße aus soll eine Rampe zur Radstrecke führen. „Mit dieser Rampe binden wir die Müga an den Radweg an“, erklärt Helmut Voß, städtischer Fahrradbeauftragter.

Zwar sei man jetzt noch dabei, das Teilstück zwischen Hauptbahnhof und Eisenbahnbrücke fertigzustellen, doch schon im Sommer solle und müsse die Brücke selber in Angriff genommen werden. „Wir brauchen dann auf der linken Ruhrseite einen Zuweg zur Bahntrasse und werden dort zunächst eine geschotterte Baurampe anlegen, auf der auch schwere Fahrzeuge fahren können“, so Voß.

Sonnenliebende Pflanzen sollen die Tierarten anlocken

Später dann, wenn der Wegebau für den Geh- und Radweg in diesem Teilstück so weit abgeschlossen sei, werde man die Rampe richtig (barrierefrei) ausbauen, sie asphaltieren und mit Stützwänden und Geländern versehen. „Die Böschung wird dann auch wieder begrünt, allerdings nicht mit Bäumen, die das Gelände beschatten würden, sondern mit Pflanzen, die Sonne und Wärme mögen. Dadurch will man unter anderem auch erreichen, dass sich hier andere Tierarten ansiedeln“, erläutert der Radverkehrsplaner.

Fallen mussten für die Bauarbeiten auf der Stadthallenseite des Bahndammes genau 38 gesunde Robinien und zwei Spitzahorne. „Die Robinien hatten aber schon ein recht hohes Lebensalter erreicht. Die Wahrscheinlichkeit, dass man bei ihnen in den nächsten Jahren mangelnde Verkehrssicherheit festgestellt hätte, war recht groß“, sagt Helmut Voß.

Für jeden Baum wird es Ersatzpflanzungen geben

Durchgeführt habe man die Rodungsarbeiten bereits im Februar, weil seit 1. März aus Tierschutzgründen nicht mehr gefällt werden dürfe. Auch an der Böschung zur anderen Seite des Bahndammes (zur Kanalstraße) habe man „bei dieser Gelegenheit“ Robinien abgeholzt, die wegen der Beseitigung der anderen Bäume nun starker Windlast ausgesetzt gewesen seien. Für jeden gefällten Baum werde es aber Ersatzpflanzungen geben – im Bereich des Radweges Rheinische Bahn. Denkbar ist laut Helmut Voß sogar, dass direkt neben dem Radweg, auf der nördlichen Seite, wieder eine Baumreihe gesetzt wird.

Für die MBI ist das kein Trost, wie sie jetzt in einer Stellungnahme erklären. Es scheine landesweit voll im Trend zu sein, dass Bäume ihre Fürsprecher verloren haben, bemängeln sie und behaupten, es hätte auch andere Möglichkeiten für die Anbindung der Müga an den Radschnellweg gegeben. Die Baumfällaktion wurde allerdings bereits vor einigen Wochen politisch abgesegnet. Die Bezirksvertretung 3 hatte der Entfernung der Bäume zugunsten der Radwegrampe Ende Januar einstimmig zugestimmt.

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