Kriminalität

319 ungeklärte Todesfälle in Mülheim waren Fälle fürs KK 11

Die Polizei ermittelt, wenn jemand tot aufgefunden wird.

Foto: Andreas Bartel (Archiv)

Die Polizei ermittelt, wenn jemand tot aufgefunden wird.

Mülheim.  Meistens werden diese Kriminalfälle schnell aufgeklärt. Die unsichere Situation ist für Angehörige sehr belastend, weiß die Polizei.

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Das Kriminalkommissariat (KK) 11 im Polizeipräsidium Essen/Mülheim befasst sich mit Kapitaldelikten wie Tötungs-, Brandstiftungs-, Umwelt- oder Waffendelikten. Im letzten Jahr wurde in 319 Fällen (2016: 271) mit ungeklärter Todesursache ermittelt, so die Kriminalitätsstatistik. Zum Vergleich: In Essen waren es 1381 Fälle. Was verbirgt sich dahinter?

Wenn ein Mensch ums Leben kommt und die Todesursache nicht eindeutig feststeht, wird ermittelt, ob sich nicht ein Verbrechen dahinter verbergen könnte. Meist ist das nicht der Fall, erklärt Polizeisprecher Christoph Wickhorst. Wenn z. B. ein Notarzt gerufen wird, und der Betroffene hat möglicherweise einen Herzinfarkt nicht überlebt, wird die Todesursache nicht selten erst mal ungeklärt sein, weil der Arzt die Vorgeschichte des Menschen ja nicht kennt, erklärt Wickhorst.

„Solche Fälle werden meist schnell aufgeklärt“

Allein in der vergangenen Woche mussten die Beamten des KK 11 an zwei Tagen, Montag und Dienstag, in Essen und Mülheim 35 Todesfälle vor Ort untersuchen, bei denen die Todesursache zunächst nicht feststand. Auch der Mann, der am vergangenen Freitag leblos an der Grabenstraße in der Nähe der Ruhr gefunden wurde, war zunächst ein Fall für die Kripo. Inzwischen steht fest, dass es sich um einen tragischen internistischen Notfall gehandelt hat, der zum Tod des 49-Jährigen führte. „Solche Fälle werden meist schnell aufgeklärt“, so Wickhorst, der weiß, wie belastend das für Angehörige ist.

Straftaten gegen das Leben, unter die Mord, Totschlag und entsprechende Versuche fallen, werden üblicherweise zu 100 % aufgeklärt. Elf solcher Delikte hat die Kripo im letzten Jahr untersucht, die Aufklärungsquote lag bei 81,82 %. Bei fünf Fällen stand der Vorwurf der fahrlässigen Tötung gegenüber Krankenhaus- oder Klinikpersonal im Raum, so Wickhorst. Drei Fälle wurden abschließend geklärt, es lag laut Polizei dort kein Ärztefehler vor. In zwei Fällen konnte kein Ärztefehler abschließend nachgewiesen werden, erklärt Wickhorst, und es konnten keine Tatverdächtigen ermittelt werden. Diese beiden Fälle gelten somit als nicht aufgeklärt, wodurch die 100 % in 2017 nicht erreicht werden.

Zudem untersuchte die Kripo im letzten Jahr 14 Fälle von Selbstmord oder Selbstmordversuch, 2016 waren es noch 27 Fälle.

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