Wirtschaft

215 Kilometer Leitungsrohre aus Mülheim für Erdgas

Die Großrohre der Mannesmann Grossrohr GmbH für das Erdgasfernleitungsprojekt Zeelink werden verladen.Die Rohrbögen kommen aus Mülheim.Foto:Open Grid Europe

Die Großrohre der Mannesmann Grossrohr GmbH für das Erdgasfernleitungsprojekt Zeelink werden verladen.Die Rohrbögen kommen aus Mülheim.Foto:Open Grid Europe

Mülheim.   Für die Erdgasfernleitung Zeelink stammen 543 Rohrbögen aus dem Mülheimer Rohrbiegewerk. Inbetriebnahme ist für 2021 anvisiert.

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Die Mannesmann Grossrohr GmbH (MGR) in Salzgitter, eine Tochtergesellschaft des Geschäftsbereichs Mannesmann im Salzgitter-Konzern, liefert zurzeit die ersten Rohre für das Erdgasfernleitungsprojekt Zeelink. Die Inbetriebnahme der Erdgasfernleitung, die zwischen der belgisch-deutschen Grenze bei Lichtenbusch bis in die Nähe von Ahaus im Münsterland verlaufen soll, ist für 2021 anvisiert.

Der Auftrag für die Mannesmann Grossrohr GmbH umfasst insgesamt rund 215 Kilometer Gasleitungsrohre mit einem Durchmesser von 1016 mm und ist das drittgrößte Projekt in der 60-jährigen Geschichte des Großrohrwerks in Salzgitter. Die mit einer Polyethylen-Beschichtung versehenen Rohre sind rund 18 Meter lang und bis zu 8 Tonnen schwer. Die 543 Rohrbögen der Leitung werden im konzerneigenen Rohrbiegewerk in Mülheim produziert, das hierzu längsnahtgeschweißte Großrohre aus Vormaterial der Salzgitter Mannesmann Grobblech GmbH verarbeitet. Die rund 100 000 Tonnen Warmbreitband als Vormaterial für die spiralnahtgeschweißten Großrohre stammen von der Salzgitter Flachstahl GmbH.

Von der belgisch-deutschen Grenze nach Legden

Hintergrund des Projektes ist die Umstellung von L- auf H-Gas (L = low calorific, H = high calorific) aufgrund zurückgehender L-Gas Fördermengen in den Niederlanden. Experten gehen davon aus, dass das Aufkommen von L-Gas bis zum Jahr 2030 um etwa 90 Prozent sinken wird. Das Projekt beinhaltet den Neubau einer Gaspipeline von der belgisch-deutschen Grenze bei Lichtenbusch nach Legden bei Ahaus. Die Zeelink-Projektgesellschaft ist ein Joint Venture der Open Grid Europe GmbH (OGE), die 75 Prozent hält, und der Thyssengas GmbH, die 25 Prozent inne hat. Die Verantwortung für Planung und Bau der Pipeline liegt bei der OGE.

Auch am dritten und vierten Strang der Ostsee-Pipeline „Nord Stream“, eine der weltweit größten Offshore-Gaspipelines, ist ein Mülheimer Unternehmen beteiligt: Europipe produziert von 2500 Kilometern Pipeline rund 1100 in Mülheim.

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