Hip-Hop-Meisterschaft

2000 Tänzer machen Mülheim erneut zur Hip-Hop-Hochburg

Für ein Wochenende wurde Mülheim wieder zur Hip-Hop-Hochburg: Zu den Deutschen Meisterschaften in der Innogy-Halle kamen rund 2000 Tänzer aus ganz Deutschland.

Für ein Wochenende wurde Mülheim wieder zur Hip-Hop-Hochburg: Zu den Deutschen Meisterschaften in der Innogy-Halle kamen rund 2000 Tänzer aus ganz Deutschland.

Foto: Joerg Schimmel / FUNKE Foto Services

Mülheim.  2000 Tänzer zeigten am Wochenende bei den Deutschen Hip-Hop-Meisterschaften in der Mülheimer Innogy-Halle ihr Können. Es war ein Mammut-Event.

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Die Bässe wummern in der Innogy-Halle. Draußen auf dem Parkplatz üben Jungen und Mädchen noch schnell die Tanzschritte der Choreografien vor ihrem Auftritt. Reisebusse aus ganz Deutschland parken rund um die Sportstätte. Rund 2000 Tänzer jeglicher Altersklassen zeigten am Wochenende bei den Deutschen Hip-Hop-Meisterschaften ihr Können.

Die Teilnehmer kommen aus Nord- und Süddeutschland

Neddy Franke gibt ihren Schützlingen noch die letzten Tipps vor ihrem zweiten Auftritt bei der Meisterschaft. Die 30-Jährige leitet eine Tanzschule in Hamburg Billstedt, ein Stadtteil mit vielen sozial schwachen Familien. „Ich möchte Kindern und Jugendlichen aus schwierigen Verhältnissen die Chance geben, zu tanzen, denn viele Tanzschulen sind einfach zu teuer“, erklärt die engagierte Hamburgerin, die mit 23 Tänzern der Formation „Unknown Dancers“ zur Meisterschaft nach Mülheim gereist ist. „Wir haben uns bei den norddeutschen Meisterschaften für die Teilnahme qualifiziert und lassen es jetzt einfach mal auf uns zukommen.“

Anna, Emely und Annika aus Stuttgart sind bereits zum dritten Mal in Mülheim bei den Meisterschaften dabei. Nachdem die 16-Jährigen mit ihrer Gruppe „On Fleek“ den Sieg der Süddeutschen Meisterschaft für sich verbuchen konnten, rechnen sie sich auch in Mülheim ganz gute Chancen aus, einen Platz auf dem Treppchen zu erreichen.

Der Wettbewerb ist eine Mammutaufgabe

Für Thorsten Ritter galt es am Wochenende wieder eine Mammutaufgabe zu stemmen. 180 Solotänzern, 120 Duos und 134 Tanzgruppen in unterschiedlichen Kategorien gaben sich auf der Bühne quasi die Klinke in die Hand. Ritter moderierte, kommentierte, und gab die Sieger der Kategorien bekannt. Außerdem sorgte er gemeinsam mit seinem Team für einen reibungslosen Ablauf.

Seit 2005 organisiert Ritter, der in Mülheim seine eigene Tanzschule betreibt, die Deutschen Hip-Hop-Meisterschaften in der Innogy-Halle. „Mülheim ist Hip-Hop-Tänzern aus ganz Deutschland ein Begriff, denn wir sind schon eine Art Hip-Hop-Hochburg“, sagt Ritter nicht ohne Stolz. „Eine Meisterschaft in diesem Umfang, über zwei Tage in so einer großen Halle gibt es, denke ich, in Deutschland kein zweites Mal.“ Bei allem Stress hat aber auch Ritter bei den Meisterschaften immer eine Menge Spaß. „Es ist so eine positive Stimmung, so viel Euphorie. Das ist einfach ansteckend.“

Es gab viele Freudentränen – aber auch Enttäuschung

Auch wenn der Spaß ebenso bei den Tänzern an erster Stelle steht, kullert am Wochenende dann doch die ein oder andere Träne, bei den Enttäuschten, die keinen Preis abräumen konnten. Freudentränen und Jubel hingegen gab es bei denen, die die Jury von sich überzeugen konnten.

Thomas Latus, Leiter der Deutschen Tanzlehrer- und Hip-Hop-Tanzlehrer Organisation (DTHO) und Chef-Organisator der Deutschen Meisterschaft saß früher selbst in der Jury und weiß, dass dort Fachleute mit Erfahrung sitzen. „Die Richter schauen sich die Auftritte aus unterschiedlichen Perspektiven an“, weiß der erfahrene Turniertänzer. „Eine perfekte Synchronität ist gut und schön, aber wenn das Lebendige fehlt, kann auch die schönste Formation das nicht wettmachen.“

Heute überlässt Latus den Jury-Job lieber Jüngeren. Wie etwa Tim Schmitz. Der 26-Jährige erreichte in der Fernsehshow „Masters of Dance“ das Halbfinale und weiß, dass für viele Teilnehmer das Tanzen mehr als nur ein Hobby ist. Er und die Jury-Kollegen nehmen ihren Job daher sehr ernst. Denn so schön es sei wenn Träume wahr werden, so bitter sei es auch, wenn sie platzen.

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