Sexueller Missbrauch

Mädchen in Mülheim vergewaltigt - Mann muss in Psychiatrie

Auf dem jüdischen Friedhof an der Gracht in Mülheim ist eine Zwölfjährige vergewaltigt worden.

Auf dem jüdischen Friedhof an der Gracht in Mülheim ist eine Zwölfjährige vergewaltigt worden.

Foto: Fabian Strauch

Mülheim.  Der 30-Jährige hatte das Mädchen auf dem jüdischen Friedhof zum Sex gezwungen. Vor Gericht erklärte er: "Ich werde von jemand anders gesteuert."

Brutal zerrte ein Mann am frühen Nachmittag des 23. April ein zwölfjähriges Mädchen in ein Gebüsch auf dem jüdischen Friedhof an der Gracht. Vergeblich versuchte die Schülerin sich zu wehren. Der Täter verging sich an ihr. Der Prozess gegen den 30-Jährigen endete am Mittwoch vor dem Landgericht nach nur einem Tag: Der Angeklagte wurde unbefristet in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht.

Die Tonbandaufnahme der Vernehmung des Opfers durch eine Kriminalbeamtin, die während der Verhandlung vorgespielt wurde, war nur schwer zu ertragen: Weinend schilderte das Mädchen darin, wie der Täter ihr am Eingang des Friedhofs Geldscheine gezeigt hatte. Als das Kind neugierig näher trat, packte es der Mann mit eisenhartem Griff, zog es auf den Friedhof, entkleidete die Zwölfjährige und zwang sie zum Sex. „Es hat weh getan“, so das Mädchen. „Hinterher hat er gesagt, wenn ich jemandem was erzähle, bricht er mir das Genick.“

Angeklagter gesteht Tat bereits zu Beginn

Der Angeklagte hatte bereits zu Beginn der Verhandlung die Tat gestanden. „Das war nicht geplant. Ich werde von jemand anders gesteuert, aber ich bin gesund“, so der 30-jährige Mann aus dem Kosovo, der in Mülheim aufwuchs, bereits mit 15 erstmals verurteilt wurde und nach mehrfachen Abschiebungen immer wieder zurück kehrte. Am 30. Mai wurde er durch DNA-Spuren gefasst und saß zunächst in Untersuchungshaft. Dort fiel er auf, weil er Selbstgespräche führte und sich seltsam benahm. Er landete in einem Landeskrankenhaus.

Ein Gutachter hatte keinen Zweifel daran, dass der Angeklagte seit Jahren unter einer Psychose leidet. „Er hört Stimmen, die ihm Befehle geben.“ Eine Einsicht in seine Krankheit habe der 30-Jährige nicht, so der Sachverständige. Ohne Therapie in einer geschlossenen Einrichtung bestehe die Gefahr weiterer schwerer Straftaten.

Dauerhafte Unterbringung in Psychiatrie

Die 2. Große Strafkammer konnte vor diesem Hintergrund nicht ausschließen, dass der Angeklagte zur Tatzeit schuldunfähig gewesen sei. Zugleich ordneten Richter zum Schutz der Allgemeinheit seine dauerhafte Unterbringung an. Nun entscheiden in erster Linie Ärzte, ob und wann man ihn möglicherweise wieder in Freiheit setzen kann. Angesichts der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer in solchen Fällen wird das aber wohl deutlich länger sein als eine Gefängnisstrafe.

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