Raubüberfälle

Zwei Moerser sollen eine Überfallserie begangen haben

Foto: UWE SCHAFFMEISTER

Moers.   Überfälle auf einen Rewe-Markt in Repelen und auf Auslieferungsfahrer der Bäckerei Büsch sind angeklagt. Die Verteidigung sieht das ganz anders.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Eine Serie von Raubüberfällen legt die Staatsanwaltschaft zwei 24 und 26 Jahre alten Moersern zur Last: Sie sollen den Rewe-Markt in Repelen, drei Auslieferungsfahrer der Kamp-Lintforter Bäckerei Büsch überfallen und einen weiteren Überfall geplant haben. Sie müssen sich nun vor der Auswärtigen Großen Strafkammer des Landgerichts Kleve verantworten. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft war es nur dem Zugriff eines Spezialkommandos der Polizei zu verdanken, dass es nicht zu einer weiteren Tat kam. Die Verteidiger sehen das allerdings ganz anders.

Da ist zunächst der Überfall auf den Rewe-Markt in Repelen am 4. November 2016. Als der Marktleiter mit einem Angestellten gegen 22.30 Uhr das Geschäft verließ, wurde er von zwei Maskierten überfallen, mit einer Pistole bedroht und um das Geld aus dem Geschäftstresor – über 32 000 Euro – erleichtert. Nun sitzt der 24-jährige Angestellte auf der Anklagebank, weil er gemeinsam mit zwei Komplizen, von denen einer ebenfalls angeklagt ist, die Sache ausgeheckt haben soll.

Der zweite Anklagekomplex sind drei Überfälle auf Auslieferungsfahrer der Bäckerei Büsch, verübt im Februar und März diesen Jahres.

Auslieferer verfolgt und ausgeraubt

Die beiden Angeklagten sollen die Fahrer verfolgt und gewartet haben, bis diese die Wochenendeinnahmen aus den Filialen abgeholt hatten. Dann wurden die Fahrer mit einer Pistole bedroht und ausgeraubt, dabei wurde ihnen teilweise auf den Kopf geschlagen. Beute: über 30 000 Euro. Die Überfälle geschahen in Moers, Wuppertal und Hamm. Als die Angeklagten, so die Überzeugung der Staatsanwaltschaft, in der Nacht vom 2. auf den 3. April einem Auslieferungsfahrer bis nach Recklinghausen verfolgten, bemerkten sie nicht, dass sie ihrerseits beobachtet wurden: Ein Spezialkommando nahm sie fest, Plastikpistole und Masken wurden sichergestellt.

Die Verteidigung sieht das anders. Der Ex-Angestellte des Rewe-Marktes habe mit dem Überfall auf seinen Chef nichts zu tun, mit den Überfällen auf die Büsch-Fahrer schon gar nicht und bei der Festnahme nur zufällig im Auto gesessen. Sein 26-jähriger Mitangeklagter bestritt ebenfalls den Überfall auf den Rewe-Markt, erklärte aber durch seinen Anwalt, bei drei Überfällen auf die Auslieferer als Fahrer der eigentlichen Täter beteiligt gewesen zu sein. Spielschulden in Hells-Angels-Kreisen seien der Grund dafür gewesen.

Der Prozess wird am 30. Oktober fortgesetzt.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben