Museumstag

Zum Museumstag auf Zeitreise im Moerser Schloss

Monika Hanewinkel führte Besucher durch die Dauerausstellung.

Monika Hanewinkel führte Besucher durch die Dauerausstellung.

Foto: Oleksandr Voskresenskyi

Moers.   Musik vom Grammophon im Schloss, Charleston und Jazz vor der Tür: Besucher tauchten im Grafschafter Museum in die 1920er Jahre ein.

Ein Hauch der 1920er Jahre wehte gestern durchs Moerser Schloss: Im Rittersaal ließ Schallplatten-Historiker Klaus Schröter mit seinem Grammophon die Gäste in die Musik dieser Zeit und in die Geschichte der Schallplatten eintauchen. Im Schlossinnenhof durfte zu Charleston- und Jazzmusik bei Kaffee und Kuchen debattiert, konferiert oder geklönt werden. Der internationale Museumstag im Grafschafter Museum stand in diesem Jahr – passend zur aktuellen Sonderausstellung „Wählen und Wühlen. Frauen- und Demokratiebewegung am Niederrhein vor 100 Jahren“ – ganz unter dem Motto: „Damenwahl“.

Tolle Möglichkeit, sich zu präsentieren

Der internationale Museumstag wird seit gut 40 Jahren gefeiert. An diesem Tag soll auf die Vielfalt und Bedeutung der Museen aufmerksam gemacht werden. „Das ist immer wieder eine tolle Möglichkeit, sich zu präsentieren und auch noch ein anderes Publikum in unser Museum zu locken“, erklärte Fania Burger, Referentin des Grafschafter Museums. Auf dem Programm standen Führungen durch die Dauer- und Sonderausstellung und zu den aktuellen Ausgrabungen, ein Gitarrenkonzert von Schülern der Moerser Musikschule und jede Menge Mitmachaktionen. Dabei erfuhren die Besucher nicht nur einiges über die Frauenwahlrechtsbewegung, sondern auch über das Leben in den 1920er Jahren.

Monika Hanewinkel führte eine kleine Besuchergruppe durch die Dauerausstellung. Sie erklärte, wie sich die Grafschaft Moers von den Römern über Ritter und Grafen entwickelt hat oder wie Moritz von Oranien neun Bastionen sternförmig ums Schloss errichten ließ. Zeitgleich hielt Klaus Schröter seinen Vortrag über die technischen Anfänge der Schaltplatte am Ende des 19. Jahrhunderts bis hin zu den 1960er Jahren, als die Fertigung der Platten eingestellt wurde. Dazu spielte er passende Melodien auf dem alten Grammophon ab. Auch zu den Musikstücken wusste Schröter einiges zu erzählen. „In den 1920er Jahren wurden Ereignisse wie die Hyperinflation in die Schlager mitaufgenommen.“ Mit der Resonanz war der Schallplatten-Historiker, der zum ersten Mal beim Museumstag in Moers war, zufrieden. „Das Interesse ist auf jeden Fall da“, sagte er.

Mittelalter-Programm im Musenhof

Auch im angrenzenden Musenhof drehte sich gestern alles um die Frauen- und Familienrolle – aber schon zur Zeit des Mittelalters. Die kleinen Besucher konnten mittelalterliche Kopfbedeckungen basteln, Duftöl herstellen und Bänder weben.

Melanie Kösters ist mit ihren Töchtern Finja und Nele allerdings schon am Bastelstand im Schloss hängen geblieben. Dort konnten kleine Blumen aus Krepppapier gebastelt werden. „Die leuchtenden Farben haben uns direkt angezogen“, sagte Melanie Kösters lachend. Den Museumstag besuchte die Familie nicht zum ersten Mal. „Wir wollten einen schönen Nachmittag zusammen verbringen und dachten hier ist dafür eine gute Gelegenheit.“ Mit den fertigen Blumen ging es dann weiter durchs Schloss und in den Musenhof.

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