Einzelhandel in Moers

Wie die Tabakstube in Moers die Corona-Krise bewältigt

Helga und Bernd Weiß: Die Tabakstube gehört zu den ältesten Geschäften in Moers. So etwas wie jetzt haben die beiden noch nicht erlebt.

Helga und Bernd Weiß: Die Tabakstube gehört zu den ältesten Geschäften in Moers. So etwas wie jetzt haben die beiden noch nicht erlebt.

Foto: Volker Herold / FUNKE Foto Services

Moers.  Helga Weiß führt die Tabakstube in Moers seit über 40 Jahren. Die Corona-Pandemie hat alles auf den Kopf gestellt, doch aufgeben ist kein Thema.

Helga und Bernd Weiß sind mit ihrer Tabakstube seit über 40 Jahren auf der Friedrichstraße in der Altstadt von Moers. „Probleme“, sagt Helga Weiß, „gab es immer wieder, aber so etwas wie jetzt haben wir noch nicht erlebt.“ So etwas wie jetzt: Das ist die Corona-Krise.

In der Tabakstube gibt es vieles, was das Herz von Genießern höher schlagen lässt. Allein 300 Whiskysorten führt Inhaberin Helga Weiß. In einem begehbaren Klimaraum gibt es Havanna-Zigarren. Das Geschäft in der normalerweise hoch frequentierten Innenstadt von Moers ist gediegen eingerichtet.

Kundinnen und Kunden wissen das Ambiente und die Beratung zu schätzen. Sie kommen nicht nur aus Moers, sondern aus ganz Deutschland und benachbarten europäischen Ländern. Auf die Friedrichstraße sind Helga und Bernd Weiß 1979 gekommen. Davor hatten sie bereits Geschäfte in Duisburg-Hamborn und -Ruhrort.

Aus 100 Bewerbern für das Haus hat man sie und ihr Konzept für die Tabakstube damals ausgesucht. Helga Weiß: „Der Stadtdirektor Oppers hat mich gefragt, ob wir auch Wort halten mit unserem Konzept.“ Sie haben Wort gehalten, die Tabakstube ist seither Teil der Gemeinschaft der vielen inhabergeführten Geschäfte in der Moerser City.

Die Nachfrage nach dem, was die Tabakstube im Angebot hat, war immer da, und sie ist es auch noch, wie Helga Weiß berichtet. Aber das Coronavirus hat viel verändert: „Die Weltwirtschaftskrise vor über zehn Jahren war schlimm, aber Corona ist schlimmer“, sagt Helga Weiß. Der Grund: „Die Menschen kommen nicht mehr in die Innenstadt.“

So sind die Folgen für die Innenstadt

Das hat Folgen. „Manchmal sind wir hier fast allein auf der Friedrichstraße“, sagt Bernd Weiß. Viele Geschäfte in der Innenstadt würden zum Beispiel montags erst spät oder gar nicht öffnen, was die Anziehungskraft der Innenstadt nicht unbedingt verstärkt.

Für die Tabakstube setzt Helga Weiß in der Krise verstärkt auf das Internet und den Versand per Post. Das machen andere auch, und manchmal scheint es der einzige Ausweg, um den Kopf über Wasser halten. Viele Kundinnen und Kunden meldeten sich telefonisch oder per E-Mail mit einer Bestellung oder dem Wunsch nach Beratung. So ist das Geschäft bisher gut durch die Krise gekommen, nicht einmal mögliche Staatshilfen haben sie in Anspruch nehmen müssen.

Die Stammkundschaft ist der Tabakstube also treu geblieben, doch das Internet ist auch hier Segen und Fluch zugleich. Schließlich sei der Besuch im Geschäft durch nichts zu ersetzen, nicht einmal durch einen guten virtuellen Besuch. Zurzeit ist das – wieder einmal – schwierig. Desinfektionsmittel und Schutzmaske sind nicht eben geschäftsfördernd, der zweite Lockdown setzt dem Handel zu.

Helga Weiß weiß deshalb jetzt schon: „Das Weihnachtsgeschäft in diesem Jahr wird anders, aber ab Januar geht es wieder aufwärts.“ Optimismus: Das ist ein wichtiger Begleiter für Helga und Bernd Weiß, auch und vor allem in diesen Zeiten. Sie ist 77, er 80 Jahre alt. Dass sie zur Risikogruppe gehören, wissen beide. Trotzdem sind sie jeden Tag im Geschäft, von 9.30 bis 18 Uhr: „Der Laden ist unser Leben.“

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