Straßenverkehr

Wertvolle Hinweise beim Verkehrssicherheitstag der Polizei

Pressesprecher Timm Wandel an dem Motorradsimulator.

Foto: Arnulf Stoffel

Pressesprecher Timm Wandel an dem Motorradsimulator. Foto: Arnulf Stoffel

Neukirchen-Vluyn.  Die Polizei hat am Samstag zum Verkehrssicherheitstag zum neuen Dienstgebäude in Neukirchen-Vluyn geladen. Zeitweise waren die Gäste im Rausch.

Mal eben eine SMS während der Autofahrt schreiben oder kurz in der Tasche auf dem Beifahrersitz kramen, schon fährt man fast 100 bis 150 Meter blind ohne die volle Aufmerksamkeit auf die Straße. „Ablenkung im Verkehr“ war ein großes Thema beim Verkehrssicherheitstag am Samstag am neuen Dienstgebäude der Polizei.

Mit Hilfe einer Mediensäule wurde gezeigt, wie viele Meter man beim Schreiben einer SMS unaufmerksam ist. Eine Sekunde abgelenkt zu sein, reicht aus, um 14 Meter blind zu fahren. In dieser Zeit kann schon ein Kind vor das Auto gelaufen sein oder der Vordermann hat plötzlich abgebremst.

„Den Menschen muss bewusst gemacht werden, wie gefährlich auch nur ein kurzer Blick auf das Handy im Straßenverkehr ist. Sie wissen einfach nicht, was sie da gerade aufs Spiel setzen“, erklärt Polizistin Janine van Geldern.

Besucher probierten den Gurtschlitten aus

Eine besondere Konstruktion fiel beim Betreten des Geländes direkt ins Auge. Ein Autositz, befestigt auf einer höher gelegenen Schiene. Mit diesem Gurtschlitten war es möglich, mitzuerleben, mit welcher Wucht der Körper beim Unfall in den Sicherheitsgurt geschleudert wird. Der Aufprall bei gerade mal 10 km/h ist bereits immens und erschreckend.

„Wäre die Person jetzt nicht angegurtet, gäbe es kein Halten mehr. Der Fahrer des Autos würde bei einem Unfall gegen das Lenkrad und anschließend durch die Windschutzscheibe fliegen. Andere nicht angeschnallte Insassen würden quer durch das Auto fliegen,“ erklärt Polizeihauptkommissar Reinhold Henning.

Beim Rauschbrillenparcours wurde eine Situation nachgestellt, in der man zwischen 0,5 und 1,3 Promille Alkohol im Blut hat. Anschließend gab es kleine Hürden zu bewältigen. „Die Teilnehmer merken hier sehr schnell, dass große Schwierigkeiten bestehen, sich überhaupt noch zu Fuß zu bewegen. Mit dem Auto oder dem Fahrrad erhöht sich das Problem somit deutlich“, erklärt Christiane Mattkampf. Die Oberkommissarin ist viel in Schulen unterwegs, besonders in den siebten bis neunten Klassen.

Der Blick ist eingeschränkt

Ein weiteres Problem: der tote Winkel. Durch einen mit Bändern abgesperrten Bereich wurde verdeutlicht, wie viel der Fahrer eines Lastwagen nur sieht und dass der tote Winkel größer ist als angenommen.

„Oft denken wir als Autofahrer, die Lkw-Fahrer wollen uns nicht sehen und haben somit Schuld, falls ein Unfall passiert. Doch hier zeigen wir, sie können uns einfach nicht erkennen, da ihr Blickfeld total eingeschränkt ist,“ sagt Henning.

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