Schülertheater

Unesco-Schüler zeigen einen Thriller um ein Adoptivkind

Die jungen Darsteller schlüpften intensiv in ihre Rollen.

Foto: Ulla Michels

Die jungen Darsteller schlüpften intensiv in ihre Rollen. Foto: Ulla Michels

Kamp-Lintfort.   Literaturkurs überzeugte durch intensives Spiel. Das Stück „Orphan. das Waisenkind“ hat es in sich. Adoptivkind Esther ist nur scheinbar nett.

Hektische Musik, schräge Situationen, hinterhältige Gewalt. Die Schüler der Unesco-Gesamtschule in Kamp-Lintfort haben das Publikum mit fesselnden und gruseligen Szenen auf die Folter gespannt. Mit dem Stück „Orphan. Das Waisenkind“ entschied sich der zehnköpfige Literaturkurs, einen Horror-Psycho-Thriller aufzuführen.

Im Mittelpunkt steht die vierköpfige Familie Coleman, die einen schweren Schicksalsschlag erleiden muss. Mutter Katherine (Anastasia Schneider) bringt das dritte Kind, Tochter Jessica, unerwarteter Weise tot zur Welt. Durch das traumatische Erlebnis verfällt sie in eine Alkoholsucht und trennt sich außerdem von ihrem Mann Michael (Marco Borowski).

Ihr neuer Partner John (Niko Demuth) integriert sich schnell in die Patch-Work-Familie und nimmt ihre Kinder, den taubstummen Max (Luca Rusch) und die pubertierende Melanie (Lara Adolph), gut auf.

Sie adoptieren ein Mädchen

Nach einem Gespräch mit ihrer Therapeutin entschließt sie sich dazu, mit ihrem neuen Mann ein Mädchen aus einem Waisenhaus zu adoptieren. Von der neunjährigen Esther (Helena Kirking) ist das Paar auf der Stelle begeistert und unterzeichnet zügig die Adoptionspapiere.

Doch je mehr Zeit Esther als Teil der Familie verbringt, desto mehr Probleme treten auf. Ihr gewalttätiges und respektloses Verhalten artet immer weiter aus, bis sie Schwester Abigail, Mitarbeiterin des Waisenhauses, mit einem Hammer erschlägt.

Esthers Mordmotiv: zu verhindern, dass Abigail mehr über ihre Vergangenheit erzählt. Zu der gehört nämlich auch, dass die Adoptivtochter in Wirklichkeit in Russland in einer psychiatrischen Anstalt lebte, einen Gendefekt hat und nicht neun, sondern 33 Jahre alt ist.

Esther ermordet Katherine

Als Katherine diese dramatische Wahrheit kennt, ist es bereits zu spät. Esther ersticht ihren Adoptivvater John, weil dieser ihren Annäherungsversuch zurückgewiesen hat und ermordet letztendlich auch Katherine.

Trotz der ernsten und dramatischen Handlung verpassten die Schauspieler dem Stück ihren eigenen Humor. Die Rollen sowie die einzelnen Szenen und Abläufe waren fest vorgegeben, doch die Dialoge improvisierten die Schüler.

„Die Aufführung lief jedes Mal anders ab. Wenn die Darsteller in der Rolle in Fahrt kommen, ergeben sich immer andere Situationen“, sagt Jörg Grützen, Leiter des Literaturkurses und des Theaterprojekts.

Die Figur des immer wieder auftauchenden Ex-Manns, der es immer wieder bei seiner ehemaligen Frau versucht, gibt es im Original nicht. „Mein Cousin Marco und ich wollten beide die männliche Hauptrolle. Also haben wir einfach noch eine dazu erfunden“, sagt Niko Demuth über die Konkurrenz der beiden jungen Männer. „Es war zu Beginn etwas holprig, aber als wir dann angefangen haben, ging alles schnell voran.“

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