Klartext für Kinder

„Spürbares Projekt“: Boxcamp für Jugendliche in Moers

Boxhandschuhe werden im Camp gestellt. Auch für einen Vereinseintritt ist die Ausrüstung keine Grundvoraussetzung.

Foto: Volker Herold

Boxhandschuhe werden im Camp gestellt. Auch für einen Vereinseintritt ist die Ausrüstung keine Grundvoraussetzung. Foto: Volker Herold

Moers.   Rund 30 Kinder werden beim Boxcamp in Repelen gefordert und gefördert. Das Projekt hinterlässt auch bei den Initiatoren nachhaltigen Eindruck.

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„Spendengelder sind bei Klartext für Kinder überall gut angelegt“, sagt Michael Passon. „Aber das hier ist das spürbarste Projekt mit nachhaltigen Effekten.“ Damit meint der KfK-Geschäftsführer keine blauen Flecken, sondern den Eindruck, der Boxtraining auf Kinder und Jugendliche physisch wie psychisch hinterlassen kann.

Zum dritten Mal veranstaltet der Verein Klartext für Kinder zusammen mit der Freddy-Fischer-Stiftung und dem ABC Rheinkamp ein dreitägiges Boxcamp. In der Sporthalle an der Talstraße schnüren 30 Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren die Handschuhe. Das gesponserte Mittagessen steht im Haus Berg an, den kostenlosen Transfer übernimmt Hansi Reisen.

Auch minderjährige Flüchtlinge sind dabei

„Die bisherigen Fußball- und Boxcamps haben wir für die Städte jeweils getrennt gemacht. Jetzt arbeiten wir erstmals mit den Jugendämtern in Moers und Kamp-Lintfort zusammen“, erläutert Passon. Zudem sind sieben unbegleitete minderjährige Flüchtlinge dabei. Gemeinsam schwitzen sie zu den klaren Anweisungen von Frank Otto.

„Disziplin, sich unter Anleitung an Regeln halten, aber auch Teamgeist aufbauen – diese Dinge sind für einige Kinder ungewohnt“, sagt Otto, Trainer beim Rheinkamper Boxclub und Hauptschullehrer in Wesel. „Zudem kommt natürlich die körperliche Ertüchtigung. Auch das sind viele Kinder einfach nicht mehr gewohnt.“

Es gibt Regeln, Freundschaften, Herausforderungen

Zufrieden blicken auch Ute Meister und Marvin Domagalla von den Jugendämtern in Moers und Kamp-Lintfort auf die sich fleißig abrackernden Teilnehmer. „Dieses Camp ist eine gute Möglichkeit für Kinder, die ansonsten aus den verschiedensten Gründen keinen Zugang zum Sport finden, diesen herzustellen“, sagt Meister. „Im Vereinssport gibt es Regeln, Freundschaften, Feste und natürlich körperliche Herausforderungen. Ansonsten Kontakte zu knüpfen fällt Kindern schwerer denn je.“

Doch nicht nur die Kinder profitieren von dem Engagement, auch der Verein freut sich über die Aufmerksamkeit und hofft natürlich auf Nachwuchs für den ABC. „Wir würden sehr gerne ein Boxzentrum errichten, um so etwas jeden Tag anbieten zu können“, sagt Vorsitzender Roman Morawiec, dessen Verein dienstags und freitags (17 - 20 Uhr) Anfängertraining an der Talstraße im Programm hat.

Später soll Meditation dazukommen

Freddy Fischer würde ein Boxzentrum begrüßen: „In Essen haben wir so etwas Ähnliches aufgebaut, jeden Tag Training in vier verschiedenen Kursen. Dort herrscht unter den Jugendlichen mittlerweile ein ganz anderer Umgangston als früher“, so der Chef der gleichnamigen Stiftung. „Langfristig könnte auch noch Meditation hinzukommen. Aber dafür müssen die Kinder natürlich erst einmal so richtig ausgepowert sein!“

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