Kriminalität

Solarpark in Neukirchen-Vluyn läuft auf Sparflamme

Der Solarpark mit seinen mehr als 14 000 Modulen war im Februar Ziel von Einbrechern und Kupferdieben. Normalerweise liefert die Anlage im Mühlenfeld in Neukirchen-Vluyn jährlich drei Millionen Kilowattstunden.

Foto: Volker Herold

Der Solarpark mit seinen mehr als 14 000 Modulen war im Februar Ziel von Einbrechern und Kupferdieben. Normalerweise liefert die Anlage im Mühlenfeld in Neukirchen-Vluyn jährlich drei Millionen Kilowattstunden. Foto: Volker Herold

Neukirchen-Vluyn/Moers.   Nach dem Kupferklau im Februar lieferte das Sonnenkraftwerk zeitweise nur ein Drittel des üblichen Stroms. Betreiber Enni zieht Konsequenzen.

Der Einbruch im Enni Solarpark Mühlenfeld ist mehr als zwei Monate her. Damals stahlen die Diebe, die inzwischen gefasst sind, Kupferkabel, deren Wert die Polizei auf 20 000 Euro taxierte. Doch der Schaden ist deutlich höher, der größte Solarpark am Niederrhein leidet weiter an den Folgen. Wann genau er wieder 100 Prozent seiner Lieferkapazität erreicht, steht noch nicht fest.

Die Täter kamen in der Nacht vom 12. auf den 13. Februar. Sie brachen das verschlossene Eingangstor auf. An den Solarmodulen knipsten sie einige Kilometer Kupferkabel ab, nur ein Drittel der insgesamt 14 608 Module ließen sie unbehelligt: „Die müssen schon einige Stunden in dem Park beschäftigt gewesen sein“, sagt die Sprecherin der Duisburger Staatsanwaltschaft, Jennifer König.

Diebe gehörten zu einer rumänischen Einbrecherbande

Drei Männer sitzen seit März in Untersuchungshaft, ihnen habe man die Aktion in der Dong inzwischen zuordnen können, so König weiter. Ob sie in Neukirchen-Vluyn weitere Helfer hatten, ist ungewiss. Sicher ist aber, dass sie einer rumänischen Einbrecherbande angehören, die Kupfer und andere Metalle in großem Stil gestohlen hat.

Das Problem für Enni als Betreiber des Parks im Mühlenfeld ist die schiere Menge der beschädigten Anlagen: Fast 10 000 Module müssen nachgerüstet werden – und das dauert. Zeitweise konnte das Sonnenkraftwerk nur ein Drittel seiner üblichen Strommenge produzieren. Nach und nach werden die in Gruppen zusammengefassten Module nach der Reparatur wieder angeschlossen. Kai-Gerhard Steinbrich, Technische Bereichsleiter bei Enni Energie & Umwelt, geht davon aus, dass das Mühlenfeld „noch vor dem Sommer“ wieder komplett hergestellt sein wird.

Schaden und Ertragsausfall sind versichert

Wie hoch der Schaden ist, lässt sich noch nicht genau beziffern. Kai-Gerhard Steinbrich spricht von „rund 80 000 Euro“, der Ertragsausfall des Kraftwerks kommt aber noch hinzu. Den, so Steinbrich, kann Enni erst berechnen, wenn bekannt ist, wann die Anlage wieder komplett in Betrieb geht. Immerhin sind Schaden und Ertragsausfall versichert.

Was die Sicherungsmaßnahmen angeht, so hat Enni Konsequenzen gezogen. Mittlerweile ist die komplette 24 Hektar große Fläche 24 Stunden am Tag überwacht.

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