Nachbarschaft

Schiedsfrauen Neukirchen-Vluyn: Gesprächsbereitschaft sinkt

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Bürgermeister Ralf Köpke informierte sich über die Arbeit der Neukirchen-Vluyner Schiedsfrauen Sonja Püskens (links) und Monique Jaegers.

Bürgermeister Ralf Köpke informierte sich über die Arbeit der Neukirchen-Vluyner Schiedsfrauen Sonja Püskens (links) und Monique Jaegers.

Foto: Foto: Stadt Neukirchen-Vluyn

Neukirchen-Vluyn.  Die Gesprächsbereitschaft unter widerstreitenden Nachbarn nimmt ab, berichten die Neukirchen-Vluyner Schiedsfrauen. Aber es gibt auch Positives.

Welche Art Fälle verhandeln die Schiedsfrauen in Neukirchen-Vluyn? Wie hat sich die Corona-Pandemie auf die Arbeit ausgewirkt? Hat sich die Zahl der Fälle verändert? Drei der Fragen, die die hiesigen Schiedsfrauen Sonja Püskens und Monique Jaegers Bürgermeister Ralf Köpke in einem Kennenlerntermin kürzlich im Rathaus erläuterten.

Monique Jaegers ist seit Anfang 2020 Schiedsfrau in Neukirchen, Sonja Püskens ist bereits seit 2015 für den Bezirk Vluyn als Schiedsfrau tätig, berichtet die Stadt in einer Pressemitteilung. Außerdem ist Püskens Geschäftsführerin der Bezirksvereinigung Krefeld-Moers im Bund Deutscher Schiedsfrauen und -männer. Die Schiedspersonen arbeiten ehrenamtlich und sind dem Amtsgericht unterstellt. Sie bilden die vorgerichtliche Instanz und versuchen, Fälle in Vergleichen zu lösen, sodass es gar nicht erst zu einem Gerichtsverfahren kommt.

12 bis 15 Fälle seien in jedem der zwei Bezirke pro Jahr zu verhandeln, berichteten die Schiedsfrauen. In der Regel gehe es Nachbarschafts- und Strafrecht, seltener um Miet- und Erbrecht. Die Klassiker seien vorherrschend: Der Zaun ist zu hoch, der Baum wächst auf das Nachbargrundstück – vermeintliche Kleinigkeiten, die für die Beteiligten aber sehr belastend sein können. Auch Beleidigungen oder Verleumdungen werden von den Schiedsfrauen oft verhandelt.

Bürgermeister Ralf Köpke dankte den Schiedsfrauen im Namen der Stadt für ihre ehrenamtliche Arbeit. Er bekräftigte die Unterstützung der Verwaltung, die organisatorische Hilfestellung leistet. Im Verlauf der Jahre, berichtete Püskens, sei eine Abnahme der Gesprächsbereitschaft zu bemerken, nicht erst seit der Pandemie. Es komme häufiger vor, dass die von den Parteien geschlossenen Vergleiche nicht dauerhaft standhalten. Gleichzeitig erlebe sie auch oft dankbare Menschen, denen nach einer erfolgreichen Vergleichsverhandlung ein Stein vom Herzen falle.

Informationen zum Schiedsverfahren: www.schiedsamt-neukirchen-vluyn.de

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