Jahrestag Hitlerattentat

NS-Regime machte auch in Moers Jagd auf Bürger im Widerstand

 Hermann Runge

 Hermann Runge

Foto: NS-Dokumentationsstelle der Stadt Moers

Moers.  Nach dem gescheiterten Hitler-Attentat vor 75 Jahren macht das NS-Regime auch in Moers Jagd auf Bürger im Widerstand. Mehrere werden verhaftet.

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Am 20. Juli jährt sich zum 75. Mal das Attentat der Widerständler um Graf von Stauffenberg auf Diktator Adolf Hitler. Die Auswirkung der anschließenden reichsweiten Repression bekamen auch viele Moerser zu spüren. Am 22./23. August 1944 wurden mehrere Dutzend Menschen aus dem damaligen Altkreis Moers verhaftet. Daran erinnert die Fahrrad-Führung „Mutiges Mehrbeck“ am kommenden Sonntag, 21. Juli, um 10.30 Uhr ab Kirschenallee 35.

Aus Moers wurden unter anderem die Sozialdemokraten Peter Zimmer, Bernhard Jung und Emil Dörnenburg verhaftet. Erfassen wollte man innerhalb der „gegnerischen Strömungen“ auch Vertreter des „politischen Katholizismus“, was hier Politiker der Zentrumspartei wie den Bäckermeister Ernst Holla und Rektor Jakob Terheyden traf.

Die Verhafteten kamen vom Moerser Gerichtsgefängnis ins Zuchthaus Anrath. Von dort wurden sie, wie Rektor Paul Gericke berichtete, von NSDAP-Kreisleiter Bubenzer – nach Rücksprache mit den Moerser Ortsgruppenleitern – zurückgeholt. Demgegenüber wurden viele der etwa 5000 im gesamten Reich Verhafteten noch zum Ende des Krieges in Konzentrationslager verschleppt.

Die Überlebenden – wie in Moers Ernst Holla oder der zu Zuchthaus verurteilte Sozialdemokrat Hermann Runge – gehörten nach der Befreiung zu den Männern der ersten Stunde, woran bald auch die neue Ausstellung zur Geschichte des Moerser 20. Jahrhunderts im Alten Landratsamt erinnern wird.

Den mutigen Widerstand gegen die NS-Tyrannei in Moers ehrt seit dem Jahr 2000 das Mahnmal vor dem Alten Landratsamt, für das sich damals 700 Bürger einsetzten. Diesen breiten Widerstand hatte vor allem die Arbeiterschaft getragen – die Forschung geht hier heute von mehr als 1000 Verhaftungen aus. An die vielen ermordeten Widerständler – wie etwa Reinhold Büttner – erinnern Stolpersteine.

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