KLeinkunst

Neues von den Kleinen Welten in Moers: Poesie und Wortwitz

Karin Jochums, Volker Kuinke, Thomas Hunsmann und Christian Behrens (von links) präsentierten ihr neues Kleinkunst-Programm.

Karin Jochums, Volker Kuinke, Thomas Hunsmann und Christian Behrens (von links) präsentierten ihr neues Kleinkunst-Programm.

Foto: Ulla Michels / FUNKE Foto Services

Moers.  Christian Behrens präsentiert in Moers das neue Programm der Kleinen Welten: Sei so frei am Niederrhein. Mit dabei: Ensemble und Max (8 Monate).

Es gibt sie tatsächlich noch, die niederrheinische Poesie, für die sich schon Hanns-Dieter Hüsch erwärmte. Den Beweis treten einmal mehr Christian Behrens mit seinen Texten und Thomas Hunsmann mit seinen anspruchsvollen Kompositionen am Klavier an – unterstützt durch das nicht weniger respektable Ensemble aus Karin Jochums am Cello und Volker Kuinke mit einem virtuosen Flötenspiel. Das alles im Hotel Kleiner Reichstag als Vorpremiere vor einem geladenen Publikum aus Freunden und Gönnern.

Das sehenswerte 19. Programm des Kleine-Welten-Poeten steht unter dem Titel „Sei so frei am Niederrhein“ und ist eine Mischung aus Lyrik und Liebe, aus Witz und Nonsens, gewürzt mit einer guten Portion Nachdenklichkeit, betont von herrlicher Musik und wunderbaren Fotos vom Niederrhein.

Max antwortet mit ein paar fröhlichen Lauten

Das Kleine, insbesondere der erst acht Monate alte Sohn Max, ist ebenfalls Gegenstand Behrens’ poetischer Betrachtungen – wobei Max, mit Mutter im Publikum, gern mit ein paar freundlichen Lauten antwortet, wenn Vater seinen Namen erwähnt („wir haben geprobt!“).

Sei so frei... Gedanken und Lyrik zur Freiheit wie: das Fehlen von Grenzen, ein Wunsch der Seele oder auch für die Freiheit des anderen einzustehen… „Wie groß ist die Welt, wie klein unser Leben“, singt Behrens. Aber auch froh: „Komm, sing deine Lieder, komm, lass dein Leben klingen“.

Ganz still wird’s im Saal, wenn Behrens Gedichte und Lieder von der Liebe vorträgt: „Wie du kann niemand anders lachen...“. Daneben Lieder von Kraft und Mut. „Sei so frei am Niederrhein…. dafür bist du am Leben!“

Mit viel Witz kommt Behrens den Zuschauern bei seiner Trump-Persiflage, wenn er sich zu bissigen Texten die blonde Perücke überstülpt: „Das machen wir so lange im Programm, bis der weg ist.“ Zum Lachen bringt Behrens die Menschen immer wieder mit seinen Wortspielereien: „Nach einer Diät mit Salat und Öl bin ich mehrfach ungesättigt.“ Oder auch sein Zusammentreffen mit den eingefleischten Vegetariern… Herrlich blödsinnig die Story vom „Feschen Friemersheimer Förster Friedolin, dem feurigen Verehrer der Fischfachverkäuferin Freya“.

Über die Beach-Fete an der Xantener Südsee

In der Manier Hanns-Dieter Hüschs schaut der Poet den Niederrheinern gern aufs Maul. „Ich will ja nix sagen“, meint Erwin Kokoschinski da zu Ditz Kempken. „Dann sach auch nix...“ Zum Schreien der Verlauf der Beach-Fete an der Xantener Südsee, bei der es weder alkoholfrei noch sittsam zugeht.

Dass das Leben auch am Niederrhein angesichts aller Widrigkeiten lebenswert ist, beweist der „Trotz-allem-Optimist“ gern mit seinen Fotos, die wieder quer durch die Jahreszeiten die beeindruckende Schönheit von Landschaft und Natur zeigen. Zum Gesamtkunstwerk wird das Programm durch die Musik Hunsmanns und das Spiel der Solisten. Einfach schön das sommerliche Schlussbild: Söhnchen Max fröhlich lachend auf einer Decke im Grünen.

>>>Service<<<

Das Programm spielt bis kommenden April.

Aufführungen gibt es jeden Dienstag im Kleinen Reichstag, Karten (inkl. niederrheinischem Essen, 25 Euro) unter der Rufnummer 02841/98 10 80.

www.kleinewelten.de

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben